Aachen - „Stairs“: Partystimmung sollte gar nicht erst aufkommen

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„Stairs“: Partystimmung sollte gar nicht erst aufkommen

Von: Gerald Eimer
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Tolles Gebäude, schwierige Lage: Auch die neuen Betreiber des „Stairs“ (Ex-„Roncalli“) haben Probleme, das richtige Geschäftskonzept zu finden. Stattdessen haben sie nun Ärger mit dem Ordnungsamt. Foto: M. Ratajczak

Aachen. Die neuen Pächter des „Stairs“, das vielen noch als Roncalli-Café besser bekannt ist, haben massiven Ärger mit dem Ordnungsamt. Nachdem städtische Ordnungskräfte und Polizeibeamte eine für Freitag angekündigte Party namens „Soul Channel“ mit einem größeren Einsatz unterbunden hatten, blieb der Betrieb an der Theaterstraße am Wochenende gleich ganz dicht.

Clubbetreiber Marcin Leczkowski spricht von „reiner Schikane“ und wirft der Stadt vor, ihm und seinem Partner Ibrahim Yadirgi „immer nur Bretter zwischen die Beine“ zu werfen. Detlev Fröhlke, Chef des Ordnungsamts, hält hingegen die Geduld der Stadt für ausgereizt. „Wir sind sehr bestrebt, dass jungen Leuten ein gutes Angebot in Aachen gemacht werden kann“, versichert er. „Aber es müssen auch bestimmte Spielregeln eingehalten werden.“

Im „Stairs“, dessen vorläufige Konzession laut Fröhlke schon Mitte Februar abgelaufen ist, sei dies nicht der Fall. Auflagen würden nicht beachtet, Unterlagen nicht eingereicht. „Wir fühlen uns an der Nase herumgeführt“, sagt Fröhlke. Daher habe man am Freitag eine Ordnungsverfügung durchgesetzt und gar mit einer Räumung drohen müssen.

Gut 300 meist junge Gäste habe man kurz nach Mitternacht weggeschickt, bestätigt Leczkowski. Mindestens 700 Besucher seien erwartet worden. Er spricht von einem schweren Image- und Geldschaden. Ein Umsatz von mindestens 20.000 Euro sei den beiden Jungunternehmern am Wochenende verloren gegangen. Zudem brummte ihnen die Stadt noch ein Bußgeld von gut 8000 Euro auf.

Das aber werde man nicht bezahlen, denn Leczkowski sieht sich von der Stadt zu Unrecht bedrängt. So habe er längst alle für eine neue Konzession geforderten Unterlagen inklusive eines neuen Schallschutzgutachtens eingereicht. „Alles, was man uns vorwirft, ist Quatsch“, sagt er. Die Konzession für die „Speise- und Schankwirtschaft mit regelmäßigen Tanzveranstaltungen“ müsse vergeben werden, sieht er sich rechtlich auf der sicheren Seite. Am kommenden Wochenende würden daher alle Veranstaltungen wie geplant durchgeführt.

Das aber sei laut Fröhlke noch nicht sicher. Am Dienstag werde das Ordnungsamt gemeinsam mit dem Rechtsamt das weitere Vorgehen abstimmen. Klar sei jedenfalls, dass man an der Theaterstraße nicht einfach eine Diskothek eröffnen könne. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass es ein schwieriges Objekt ist, für das, was sie vorhaben“, sagt Fröhlke über die Club-Idee mit DJ-Partys und Livemusik, die seit Mitte November von Leczkowski und Yardigi an der Theaterstraße verwirklicht wird.

„Wir haben uns einen guten Ruf erarbeitet“, meint Leczkowski, der längst weitere Pläne verfolgt und spätestens ab Mai auch werktags ein Mittagsangebot schaffen will. „Das Stairs ist ein Restaurant“, sagt er – keine Diskothek.

Die Frage bleibt, wieviel Zeit die Stadt den „Stairs“-Betreibern noch gibt. Bislang sind noch alle Pächter mit den unterschiedlichsten Konzepten an dem denkmalgeschützten Bau gescheitert, der 1998 mit Millionenaufwand zum Gastronomiebetrieb umgebaut worden ist.

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