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Stahlgerüst rollt auf zwei Lastern nach Aachen

Von: Nils Heinichen
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Angekommen: Die vier riesigen
Angekommen: Die vier riesigen Stahllamellen-Segmente für das Archäologische Fenster waren in einer Werkstatt im Hunsrück vorgefertigt worden. Seit Dienstagmorgen liegen sie im Elisengarten. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nach rund drei Stunden Fahrzeit sind die beiden rund 20 Meter langen und vier Meter breiten Lkw aus dem Hunsrück in Aachen angekommen. Beladen mit insgesamt rund 12,5 Tonnen Stahl stehen die Schwertransporter in der Ursulinenstraße am Elisengarten.

Die vier riesigen Stahllamellen-Segmente der neuen Archäologischen Vitrine sind pünktlich in der Kaiserstadt eingetroffen.

„Fahrzeuge solcher Größe dürfen nur zwischen 22 und 6 Uhr fahren”, erklärt Gerhard Schneider, Geschäftsführer der gleichnamigen Metallbau-Firma, den Grund, warum schon zu so früher Stunde gearbeitet werden muss. Es ist schließlich erst kurz vor sechs Uhr. Bis auf einige Busse der Aseag und wenige Taxis ist noch nicht viel unterwegs im Morgengrauen der Stadt.

„Wenn wir nun gut durchkommen, werden wir im Vormittag mit dem Abladen fertig”, spekuliert Wilfried Sterck vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen. Ausgerüstet mit Schirm und dicker Jacke erwartet er die anstehenden Arbeiten. Das Wetter hält, was es in Aachen so oft verspricht: Regen. Dunkelheit und kühle Temperaturen tun ihr Übriges zu einem ungemütlichen, herbstlichen Dienstagmorgen.

Nach einer halbstündigen Vorbereitungszeit geht es dann so richtig los. Um 6.30 Uhr legt der erste Lkw die rund 100 Meter von Ursulinenstraße bis zur Baustelle zurück. Einige Äste eines Baumes verhaken sich noch bei der Anfahrt des Lkw in einem Stahlsegment. Das sind aber auch die einzigen Probleme, die dem Laster in die Quere kommen. Danach beginnt ein 90 Tonnen schwerer Kran mit seiner Arbeit. Er soll die vier Stahl-Segmente von den beiden Lkw auf das Fundament hieven. Vier Arbeiter befestigen zunächst die ersten beiden Segmente mit den Stahlseilen des Krans. Gerhard Schneider gibt per Funkgerät immer wieder Anweisungen.

Bauzaun als Schutz

Architekt Jonas Kröber schaut sich das Ganze aus der Ferne an. „Die Segmente werden nun erst einmal hier gelagert, bevor sie am Montag hier zusammengesetzt werden”, erklärt er. „Vorher muss erst noch am Bodenrost gearbeitet werden, damit die Segmente später richtig eingesetzt werden können”, ergänzt er. Zum Schutz werden die Stahllamellen bis zur Montage von einem Bauzaun abgeriegelt.

Vor drei Monaten hatten die Arbeiten für das ellipsenförmige Konstrukt begonnen. „Vor Ort wäre der Bau nicht möglich gewesen, weswegen wir alles in unserer Werkstatt in Kastellaun vorgefertigt haben”, sagt Gerhard Schneider, während der Kran die beiden Segmente langsam auf Aachener Boden hinablässt. Das nasse Wetter hat den Boden stark aufgeweicht. „Der Kran hinterlässt natürlich einige Spuren bei dem Wetter, allerdings werden wir nach Abschluss aller Arbeiten den Untergrund wieder aufbessern”, verspricht Wilfried Sterck.

Die einzelnen Segmente werden vorsichtig auf mehreren Holzpaletten abgesetzt, um dem Stahlgerüst einen guten Stand zu verschaffen. Kurz vor sieben Uhr ist es dann soweit: Die ersten Segmente haben ihren vorläufigen Standort gefunden. „Das waren die beiden größten Teile. Das Gröbste ist jetzt geschafft”, zeigt sich Wilfried Sterck erleichtert. Auch Gerhard Schneider ist zufrieden. „ Die Arbeiten bei dem Wetter sind natürlich nicht angenehm. Gerade die Sicht macht schon mal zu schaffen”, erklärt der Metallbauer.

„Es ist schön, dass man nun auch sieht, dass sich endlich etwas tut”, sagt Architekt Jonas Kröber. „In den nächsten Wochen wird noch einiges passieren”, verspricht er. Bis Ende des Jahres soll die Archäologische Begehungsvitrine fertiggestellt sein. „Es hängt natürlich auch ein wenig mit dem Wetter zusammen”, räumt Kröber ein. Man werde sich aber beeilen, heißt es. Schließlich wollen möglichst bald die ersten Aachener auf den rund 160 Quadratmetern bestaunen, was sich in ihrer Stadt vor Tausenden Jahren ereignete.
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