Aachen - Städtische Wohnungen werden mit Rauchmeldern ausgerüstet

Städtische Wohnungen werden mit Rauchmeldern ausgerüstet

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Wir kommen lieber vergebens als zu spät”, betont Jürgen Wolff, Leiter der Aachener Feuerwehr, und wirbt einmal mehr für die Installation von Rauchwarnmeldern in Aachens Wohnungen.

Gemeinsam mit der Stadt und der Gewoge macht er sich stark für die Rauchmelder, auch wenn die durchaus immer wieder in der Diskussion stünden. Doch Fehlalarme oder Wartungsschwierigkeiten könnten den Nutzen ihrer Meinung nach nicht mindern.

Denn Brandrauch sei hochgiftig und je nach Konzentration lebensgefährlich, sagen die Experten. Deshalb seien Rauchwarnmelder so wichtig: Sie warnen die Bewohner eines Hauses so frühzeitig, dass Zeit genug bleibt, sich zu retten und die Feuerwehr zu alarmieren. Deshalb haben sich die Stadt Aachen und die Gewoge AG gemeinsam entschieden, die Sicherheit in ihren Wohnhäusern zu verbessern und die Wohnungen nach und nach mit Rauchwarnmeldern auszustatten.

Manfred Sicking, städtischer Dezernent für Wirtschaftsförderung, erklärt: „Wir wollten auf den Brand im Preuswald reagieren und mit gutem Beispiel vorangehen, auch wenn es in Nordrhein-Westfalen noch keine Verpflichtung zur Installation von Rauchwarnmeldern gibt.”

Die jüngsten Brände in Aachen, bei denen mehrere Menschen ums Leben gekommen sind, haben Stadt und Gewoge auf den Plan gerufen. „Leider ist es wohl so, dass Gesellschaften nur durch Katastrophen lernen”, meint Sicking.

Nun sollen 2700 städtische Wohnungen mit hochwertigen Rauchwarnmeldern ausgestattet werden, dazu kommen weitere 4700 Wohnungen der Gewoge. Pro Jahr werden es 350 bis 400 Wohnungen sein. In fünf bis zehn Jahren wären dann alle Wohnungen mit Rauchwarnmeldern ausgerüstet.

Nicht selbst löschen

Darüber hinaus wollen Feuerwehr und Stadt die Bevölkerung für die kleinen Geräte sensibilisieren. Bislang gebe es zwar noch keine Rauchmelderpflicht, aber das könne sich bald ändern. Ein entsprechendes Gesetz werde im Herbst erwartet.

Laut Jürgen Wolff könnten solche Rauchwarnmelder die Statistiken signifikant verändern. „Wenn man 50 Prozent der Wohnungen mit Warnsystemen ausstattet, geht auch die Zahl der Opfer um 50 Prozent zurück”, sagt er.

Im Brandfall sollten die Bewohner unter keinen Umständen versuchen, selbst zu löschen. Die oberste Sorge sollte sein, alle Bewohner ins Freie zu bringen. Dann sollte die Feuerwehr möglichst gut über Ort und Ausmaß des Brandes unterrichtet werden.

Zum bundesweiten Rauchwarnmeldertag am vergangenen Freitag informierten neben den Feuerwehren auch Schonsteinfeger, Versicherungen und Berufsgenossenschaften über den Brandschutz.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert