Stadtbahn: Bürger stellen viele Fragen

Von: Daniel Gerhards
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Aachen. Die Campusbahn ist eines der ambitioniertesten Projekte in <b>Aachen.</b> Die Kommunalpolitik sprach sich (mit Ausnahme der FDP) grundsätzlich dafür aus, die Stadtbahn zu realisieren. Für die Bürger blieben bei dem Entscheidungsprozess allerdings noch viele Fragen offen.

Am vergangenen Freitag startete eine Reihe von Informationsveranstaltungen. Das Interesse an dem verkehrspolitischen Großprojekt war dabei enorm. Für die rund 200 Interessierten reichte der Platz im Ford-Saal des Super-C nicht aus. Daher wurde die Runde per Video in einen Nebenraum übertragen.

Die Bürger stellten dabei eine Menge Fragen, eine der wichtigsten lautete: Kann sich die klamme Stadt eine solch teure Bahn leisten? Angesichts der Kosten scheint die Frage berechtigt. Der Bau des Fahrwegs ist mit 129 Millionen Euro veranschlagt.

Die Fahrzeuge sollen 54 bis 67,5 Millionen Euro kosten. Dazu kommen die Ausgaben für Betriebshöfe und die Planung (zusammen rund 41 Millionen Euro). 90 Prozent der Baukosten soll der Bund übernehmen. Dafür muss man sich allerdings beeilen. Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz läuft 2019 aus.

Für Professor Dr. Adolf Müller-Hellman, Geschäftsführer des Förderkreises des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen, ist klar, dass Aachen etwas für den ÖPNV tun muss. „Es stellt sich nicht die Frage, ob wir etwas tun wollen.

Wir müssen uns fragen, wie wir es finanzieren.” Ohne eine solche Lösung sei die Stadt nicht zukunftsfähig. Allein mit Bussen könne man „den zukünftigen Anforderungen des Personennahverkehrs” nicht gerecht werden.

Und wer zahlt die Zeche? Die Fahrgäste über die Ticketpreise? Mit vier bis 6,5 Millionen Euro Mehrkosten rechnet die Aseag pro Jahr. Doch an der Preisstruktur der Fahrscheine solle sich nichts ändern. „Wenn wir die Entscheidung für die Campusbahn treffen, müssen wir die Frage, wie wir das Geld aufbringen, beantworten”, sagte Umweltdezernentin Gisela Nacken.

Der Aachener Verkehrsverbunds (AVV) strebt langfristig an, einen Mobilitätsverbund zu schaffen. Dann soll es möglich sein mit einem Ticket Bahn, Bus, Campusbahn, Car-Sharing und Pedelecs zu nutzen, erklärte AVV-Geschäftsführer Hans Joachim Sistenich.

Batteriebetrieb

Technisch soll die Stadtbahn auf dem neusten Stand sein. In der Stadt soll sie ohne Oberleitungen auf Batteriebetrieb fahren. Ist das energetisch sinnvoll? Ein klares Ja gab es dazu von Müller-Hellmann. Dadurch, dass die Wagen Batterien an Bord haben, kann die Bremsenergie gespeichert werden. „Jedes Mal, wenn der Wagen anfährt, kann er diese Energie nutzen.” Auch wenn es eine Oberleitung gibt. „Dann braucht man weniger Strom aus dem Netz.”

Eine weitere Frage der Bürger: Warum dieses neue Projekt? Soll man nicht besser die Euregiobahn ausbauen? Die sei nicht beliebig ausbaubar und zudem keine Stadtbahn, sagte Sistenich. Es komme vielmehr auf eine sinnvolle Vernetzung von Euregio-, Bundes- und Campusbahn an.

Offen blieb, ob die Trierer Straße durch die Campusbahn nicht lahmgelegt würde? Dort sollen alle Abbiegerstreifen „in gleicher Qualität” erhalten bleiben. Eine Prognose zeige, dass der Verkehr dort mit einem Fahrstreifen zu bewältigen sei.

Einige Brander zeigten sich ziemlich verärgert, weil nach langer Bauzeit erneut gebaggert und eine Menge Geld verpulvert würde. Darauf gab es keine Antwort der Experten.

AN-Forum zum Thema Stadtbahn am 7. März

Das AN-Forum zum Thema Stadtbahn findet am Mittwoch, 7. März, im Kasino des Zeitungsverlags Aachen, Dresdener Straße 3, statt. Beginn ist um 19 Uhr.

Auf dem Podium sitzen Verkehrsexperten aus Politik und Verwaltung. RWTH-Professor Adolf Müller-Hellmann wird aus Sicht des Experten für Stadtbahnen Stellung beziehen.

Das Forum ist öffentlich. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine Anmeldung per Mail an „an-lokales-aachen@zeitungsverlag-aachen.de”, per Fax (5101-440) oder an AN-Lokalredaktion, Postfach 500110, 52085 Aachen (Stichwort AN-Forum Stadtbahn).

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