Aachen - Stadt wirbt um Erzieherinnen für ihre Kitas

Stadt wirbt um Erzieherinnen für ihre Kitas

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Berufsaussichten für Erzieherinnen und Erzieher sind geradezu prächtig. Gut ausgebildete Fachkräfte können sich ihre Jobs aussuchen. Die Träger von Kindertagesstätten tun sich auf der anderen Seite immer schwerer, freie Stellen zu besetzen.

Die Frage, wie man eigenes Personal halten und neues gewinnen kann, wird auch für die Stadt Aachen immer drängender. Zumal für die Betreuung der Kleinen unter drei Jahren ja auch stetig neue Kita-Plätze geschaffen werden.

Nach Oberbürgermeister Marcel Phi­lipp präsentierten am Montag auch Vertreter der schwarz-grünen Ratsmehrheit Überlegungen, wie man die städtischen Kitas besser mit Personal versorgen kann. Man wolle sich verstärkt bemühen, den eigenen Nachwachs zu halten, erklärten Ruth Wilms (CDU) und Jonas Paul (Grüne) aus dem Kinder- und Jugendausschuss sowie von Caroline Herff (CDU) und Ulla Griepentrog (Grüne), Mitglieder im Personal- und Verwaltungsausschuss.

Schon im vergangenen Jahr war die Zahl der Plätze für angehende Erzieherinnen im Anerkennungsjahr von 12 auf 18 erhöht worden, erinnerte Herff. Für 2014 gibt es Überlegungen, die Zahl der Plätze für diese Jahrespraktikantinnen sogar auf 25 zu erhöhen.

Mehr unbefristete Stellen

Vor allem aber sollen die Praktikantinnen als „fertige“ Erzieherinnen in Aachen gehalten werden, indem man ihnen unbefristete Arbeitsverhältnisse in Aussicht stellt. „Wir müssen es attraktiver machen, zur Stadt zu kommen“, betonte Griepentrog. „Es muss sich lohnen, in Aachen zu arbeiten.“ Auch Erzieherinnen, die bisher nur befristet eingestellt sind, sollen möglichst Arbeitsverhältnisse bekommen.

Wie der OB sehen auch die schwarz-grünen Ratsvertreter die dringende Notwendigkeit, die Erzieherinnen bei der Essenausgabe in der Mittagszeit zu entlasten. Möglichst schon im Sommer sollen die ersten Küchenhilfen für die Kitas eingestellt werden. „Etwa 20 Stellen werden dafür nötig sein, die auf die 57 städtischen Kitas verteilt werden“, so Ulla Griepentrog. „Im Jugendamt liegen schon die ersten Bewerbungen von Frauen, die das machen möchten“, berichtete Ruth Wilms.

Die Kitas brauchen aber nicht nur helfende Hände in der Küche. In den städtischen Einrichtungen fehlen auch rund 80 Erzieherinnen. Das ergab jüngst eine Organisationsuntersuchung der Verwaltung, eine Zahl, die auch langgediente Ratsvertreter erst einmal schlucken ließ. Denn 80 neue Stellen auf einen Schlag würden mit rund sieben Millionen Euro zu Buche schlagen. Die nötigen Stellen sollen deshalb nach und nach geschaffen werden.

Und selbst die Mittel dafür gibt der angespannte städtische Haushalt eigentlich nicht her. Kritik üben CDU und Grüne an der Förderung der Kindergartenplätze durch das Land. Das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) finanziere nicht, was notwendig sei, monierte Jonas Paul. „Wir gehen als Kommune in Vorleistung, weil wir sehen, dass das Personal gebraucht wird.“

Gebraucht werden auch die 15 neuen Erzieherstellen, die im laufenden Haushaltsjahr bereits fest eingeplant sind. „Es wäre schön, wenn wir diese Stellen auch besetzt bekämen“, hofft Caroline Herff.

Erste Überlegungen zur Personalausstattung der Aachener Kindertagesstätten sollen nächste Woche im Kinder- und Jugendausschuss diskutiert werden.

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