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Stadt will wieder unter die Bauherren gehen

Von: Gerald Eimer
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Platz für einen fünfgeschossigen Neubau: Auf dem Gelände der ehemaligen Paketpost an der Zollamtstraße (links) könnte nach Plänen der Stadt das Verwaltungsgebäude Marschiertor (rechts im Hintergrund) erweitert werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mieten oder bauen? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit einiger Zeit auch die Stadt Aachen intensiver, die dringend neue Räume benötigt. Mehrere Verwaltungsgebäude sind in einem üblen Zustand, so etwa der Sitz des Fachbereichs Personal und Organisation am Adalbertsteinweg oder auch das Umweltamt an der Reumont­straße.

Für die letztgenannte Abteilung wurde bereits im vergangenen Jahr der einstige Knappschaftsbau an der Monheimsallee als Ausweichquartier ins Auge gefasst. Genau daran entzündete sich dann die Diskussion, die in die Frage mündet: mieten oder bauen? Während die Verwaltungsspitze eine Anmietung für vertretbar hielt, kamen in der Politik auf allen Seiten schnell erhebliche Bedenken auf. Angesichts niedriger Zinsen sei es weitaus wirtschaftlicher, selbst zu investieren und damit auch Werte zu schaffen, statt dauerhaft Mieten für Büroräume an Private abzudrücken.

So wurde die Verwaltung im vergangenen September beauftragt, ein neues Gebäudekonzept für all ihre Abteilungen zu erstellen. Erste Ergebnisse sollen den Politikern im kommenden Monat präsentiert werden. Auf den Tisch wird dann wohl auch die mögliche Erweiterung des Verwaltungsbaus an der Lagerhausstraße kommen. „Das ist eine Idee, die derzeit untersucht wird und intern in Arbeit ist“, bestätigte das Presseamt auf Anfrage der „Nachrichten“. Die gesamte Raumplanung der Stadtverwaltung sei derzeit in Arbeit und soll noch vor den Sommerferien auf den Weg durch die Gremien geschickt werden. Und weil es um Millioneninvestitionen gehen wird, dürfte vieles davon zunächst nichtöffentlich beraten werden.

Ein Anbau am Verwaltungsbau Lagerhausstraße ist allerdings schon seit einigen Jahren ein Thema, zumal das dafür nötige Grundstück an der Zollamtstraße längst im Besitz der Stadt ist. Einst befand sich dort die Paketpost, seit deren Abzug fristet das etwa 2600 Quadratmeter große Gelände ein trauriges Dasein. Auch deswegen haben die Grünen die alte Erweiterungsidee im vergangenen Sommer aufgegriffen und per Ratsantrag erneut in die Diskussion gebracht. Inzwischen spricht einiges dafür, dass sie in die Tat umgesetzt wird.

Andere Räumlichkeiten sind schlicht zu klein und unzweckmäßig geworden – wie etwa jene des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung an der Lagerhausstraße.

So könnte dort ein neuer fünfgeschossiger Verwaltungsbau entstehen mit einem barrierefreien und ebenerdigen Haupteingang an der Zollamtstraße. Platz genug böte er nicht nur der Umwelt- und Personalbehörde, auch ein großer Sitzungs- oder Bürgerversammlungsraum könnte untergebracht werden.

Der Bau würde sich auch in die Idee einfügen, die Stadtverwaltung auf die Bereiche Rathaus und Katschhof sowie im Umfeld des Hauptbahnhofs zu konzentrieren.

Unterlagen für Bluegate fehlen

Völlig vom Tisch ist für die Stadt hingegen offenbar die Idee, sich im sogenannten Bluegate-Projekt am Hauptbahnhof einzuquartieren. Intern heißt es, dass der veranschlagte Quadratmeterpreis zu hoch gewesen sei. Erschwerend kommt aber wohl auch hinzu, dass derzeit niemand weiß, wann das Neubauvorhaben überhaupt in Angriff genommen wird.

Wie berichtet, will die in Rüsselsheim ansässige Merkur Holding gemeinsam mit der niederländischen Bluestone-Gruppe auf dem ehemaligen Bahngelände entlang der Zollamtstraße gut 70 Millionen Euro investieren. Geplant sind fünf Gebäudeteile mit Platz für ein Hotel, Apartments, Büros, Einzelhandel sowie Tiefgarage und Fahrradparkhaus.

Zügig vorangegangen sind bislang allerdings lediglich die Abrissarbeiten auf dem knapp 11.000 Quadratmeter großen Areal. Seit Februar stockt das Projekt. Der Investor sei am Zug, heißt es dazu seitens der Stadt. Er müsse noch mehrere fehlende Unterlagen einreichen, damit eine Teilbaugenehmigung erteilt werden könne. So fehle unter anderem ein Konzept zur Baulogistik, das die ständige Erreichbarkeit des Bahnhofs auch für Sicherheitskräfte gewährleiste.

Marcus Hientzsch, Geschäftsführer der Merkur-Holding und einer der Projektverantwortlichen, erklärt seinerseits, in engem Kontakt mit der Bauaufsicht zu stehen. „Wir arbeiten das Punkt für Punkt ab.“ Die Verzögerungen hätten „rein verfahrenstechnische“ Gründe, betont er.

Von der ursprünglich geplanten Fertigstellung Ende 2018 ist inzwischen allerdings keine Rede mehr. „Wir wollen im dritten Quartal 2019 fertig werden“, erklärt Hientzsch nun. Eile ist auch dafür geboten. „Wir müssen im Sommer anfangen zu bauen“, so Hientzsch Damit dies gelingt, müsse aber auch die Stadt mit den Investoren an einem Strang ziehen.

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