Stadt will Sperrmüllabfuhr in den Bezirken umstellen

Von: gei
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Aachen. Der Aachener Stadtbetrieb unternimmt einen weiteren Anlauf, die Sperrmüllabfuhr in den Stadtbezirken zu reformieren.

Die Sammlung soll dort auf ein sogenanntes Abrufsystem umgestellt werden - wie es seit langem in der Innenstadt praktiziert wird - und nicht mehr periodisch einmal monatlich erfolgen.

Bereits Anfang 2009 hatte der Stadtbetrieb einen ersten Vorstoß zur Umstellung auf eine Abfuhr nach Terminvergabe unternommen, damals zeigten sich die Politiker jedoch zögerlich.

In der Zwischenzeit haben die städtischen Müllexperten weitere Argumente zusammengestellt, die eine Umstellung zum Ende des Jahres ermöglichen sollen. Hauptargument: Die Sperrmüllentsorgung könne in einem Abrufsystem deutlich besser kalkuliert werden, dadurch könnten Kosten gespart werden.

Sollte alles beim Alten bleiben, sei hingegen die Anschaffung eines weiteren Sperrmüllfahrzeugs nötig. Jährliche Mehrkosten: rund 232.000 Euro.

Wenig effektiv

Im bisherigen System muss jedes der drei in den Stadtbezirken eingesetzte Sperrmüllfahrzeug einmal monatlich sämtliche Straßenzüge abfahren. Sie steuern dabei jeweils bis zu 300 einzelne Stellen an, an denen laut Stadtbetrieb häufig nicht mehr als drei Einzelteile aufgeladen werden.

Zum Vergleich: In der Innenstadt fahren alle drei Fahrzeuge insgesamt nicht mehr als 270 Stellen an. Dort sind dann aber auch die Sperrmüllhaufen mit durchschnittlich bis zu 20 Teilen deutlich größer. Viel Zeit gehe also in den Stadtbezirken durch das ineffektive System verloren - was wiederum in der Innenstadt zu längeren Wartezeiten bei der Terminvergabe führt.

Zwar sei die periodische Abfuhr eine durchaus bequeme Sache für Bewohner in den Stadtbezirken, gleichwohl würden auch sie von einer Umstellung auf eine Abfuhr nach Terminvergabe profitieren, ist der Stadtbetrieb überzeugt: Denn häufig gebe es am Abfuhrtag eine regelrechte Vermüllung der Straßen mit allerlei Unrat, der nicht zum Sperrgut gehört.

Bei einer telefonischen Anmeldung sei eine bessere Beratung der Bürger möglich, zudem könnte man bei Zuwiderhandlung erneut Kontakt aufnehmen. Die Situation an den Problemstellen von Großwohnanlagen könnte verbessert werden. Außerdem können die Bürger Abfuhrtermine sehr viel flexibler vereinbaren.

Und auch die „organisierte Sperrmüllberaubung” könnte unterbunden werden. Plünderer könnten bislang an den Vorabenden der festen Abfuhrtermine das Sperrgut gezielt nach Wertstoffen absuchen. Sie schaden damit dem Stadtbetrieb und verursachen zudem häufig Lärm. „Dieses System wird durchbrochen”, argumentiert der Stadtbetrieb.

Verbesserungen gefordert

Die schwarz-grüne Ratsmehrheit zeigt sich in ersten Stellungnahmen nicht mehr grundsätzlich abgeneigt, das Abrufsystem ab Herbst stadtweit einzuführen, fürchtet aber offenbar immer noch erzürnte Bürgerreaktionen.

Die Grünen wollen ihre Zustimmung von weiteren Leistungsverbesserungen abhängig machen: So sollten in den städtischen Recyclinghöfen weitere Container bereitgestellt werden, damit die Bürger Sperrmüll auch selbst wegbringen können. Zudem soll ein weiterer Recyclinghof im Westen der Stadt eingerichtet werden - bisher gibt es sie nur in Brand und Eilendorf.

Die CDU will zunächst das Votum der Stadtbezirke abwarten, deren Meinung jetzt nach und nach eingeholt werden soll - den Anfang sollen am Mittwoch die Bezirksvertretungen in Richterich und Brand machen. In beiden Ortsteilen scheint es jedoch noch Beratungsbedarf zu geben, so dass eine Vertagung denkbar ist. Die Entscheidung trifft der Rat in der Oktobersitzung.
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