Stadt will Erfahrung aus 2500 Jahren Arbeit weiter nutzen

Von: Christiane Krahl
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Oberbürgermeister Marcel Phil
Oberbürgermeister Marcel Philipp verabschiedet rund 30 ehemalige städtische Mitarbeiter stellvertretend für alle 71 Angestellten und Beamte der Stadt, die Ende 2011 pensioniert worden sind. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Fast 49 Jahre hat Leo Beuven im Dienst der Stadt Aachen gearbeitet. Gern erinnert er sich an die noch nicht allzu ferne Zeit als Rechnungsprüfer. „Es ist für mich sehr wichtig, mit den Kollegen auf einer menschlichen Ebene gut auszukommen”, sagt der Beamte über seine Arbeit.

Sein ehemaliger Kollege Norbert Koch, früher Standesbeamter und Leiter der Volkshochschul-Verwaltung, nickt zustimmend. Auch nach dem gemeinsamen Arbeitsleben treffen sie sich regelmäßig und erinnern sich schmunzelnd an ihre gemeinsame Zeit im Inspektoren-Lehrgang. „Das war 1965”, weiß Koch, der ebenfalls fast ein halbes Jahrhundert bei der Stadt Aachen im Dienst war.

Gemeinsam mit 71 weiteren Angestellten und Beamten der Stadt sind die Ausbildungskollegen Ende des vergangenen Jahres offiziell in den Ruhestand gegangen. Grund genug für Oberbürgermeister Marcel Philipp, seine ehemaligen Mitarbeiter persönlich im Weißen Saal des Rathauses zu verabschieden.

Rund 30 der Neu-Ruheständler lassen sich von zum Teil weiten Anfahrten und dem morgendlichen Gewitter und Sturm nicht aufhalten und finden sich Freitagmorgen pünktlich bei ihrem früheren Arbeitgeber ein.

34 Jahre im Schnitt

„Insgesamt vertreten Sie 2500 Jahre Arbeit bei der Stadt Aachen, und jeder von Ihnen war im Durchschnitt 34 Jahre und drei Monate im Dienst”, rechnet der Oberbürgermeister bei seiner Begrüßung vor. Viele hätten seit ihrer Einstellung große Veränderungen, wie beispielsweise die Umstellung auf die Arbeit am Computer, mitgemacht. Jeder habe dabei einen reichen Erfahrungsschatz entwickelt, der auch von folgenden Generationen genutzt werden soll, unterstreicht Oberbürgermeister Philipp.

Dieser Erfahrungsschatz könnte auch als ehrenamtlicher Mitarbeiter in einer der vielen städtischen Einrichtungen von Nutzen sein. Deshalb verweist der Oberbürgermeister augenzwinkernd und nicht ganz uneigennützig an die Stabsstelle für bürgerschaftliches Engagement.

Diese Idee kam Maria Roch schon vor ihrem Dienstende im vergangenen August. Sie war rund 20 Jahre Erzieherin in der Kindertagesstätte an der Lochnerstraße und ist den Kindern und ihren Kollegen auch im Ruhestand treu geblieben. Einmal in der Woche kocht sie ehrenamtlich für ihre früheren Schützlinge ein Mittagessen. „So verliere ich nicht den Anschluss an meinen Beruf und werde noch gebraucht”, sagt sie zufrieden.
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