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Stadt tut sich schwer mit „Geschenken”

Von: Gerald Eimer und Achim Kaiser
Letzte Aktualisierung:
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Geldnöte: Auf dem Tivoli-Parkhaus (links) sollen Trainingsplätze entstehen, neben dem Stadion (vorne rechts) wird bereits die neue Geschäftsstelle gebaut. Allerdings fehlen der Alemannia annähernd zehn Millionen Euro zur Vollendung dieser und noch anderer Projekte. Foto: Harald Krömer

Aachen. Alemannia Aachen steckt in Geldnöten und hofft nun auch auf die Hilfe der Stadt. Bei einem Treffen mit den Fraktionsspitzen von CDU, SPD, Grünen und FDP im Büro des Oberbürgermeisters Marcel Philipp hat die Vereinsführung am Donnerstagabend die angespannte wirtschaftliche Situation des Fußballunternehmens erläutert und zugleich um Unterstützung gebeten.

Auch am Tag nach der Zusammenkunft, die freilich niemand als „Krisentreffen” bezeichnen wollte, hüllten sich alle Beteiligten weitgehend in Schweigen. „Wir haben nicht SOS gefunkt”, sagte Alemannias Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Linden, es sei vielmehr ein Gespräch unter Partnern gewesen.

Bei diesem Treffen mit den Fraktionsvorsitzenden und im Beisein der Kämmerin sollten nach „Nachrichten”-Informationen Möglichkeiten erörtert werden, wie die Stadt kurzfristig der Alemannia unter die Arme greifen könne. Konkrete Ergebnisse und Absprachen soll es am Donnerstag noch nicht gegeben haben, weitere Treffen sind aber bereits verabredet.

Fakt ist, dass der Alemannia derzeit das nötige Geld für die Fertigstellung weiterer Bauten rund ums neue Stadion fehlt. Insbesondere gehe es dabei um das Nachwuchszentrum, die Trainingsplätze und das Amateurstadion. Rund 50 Millionen Euro musste der Zweitligist schon für den neuen Tivoli stemmen. „Die Anschubfinanzierung war schon gewaltig. Wer baut, der hat immer was vor der Brust”, erklärte Linden. Annähernd zehn Millionen Euro sollen nun für die Nebenbauten fehlen.

Nicht vor dem Konkurs

Alemannia stehe nicht vor dem Konkurs, hieß es aus dem Kreis der Beteiligten, wohl aber müsse man nach Wegen suchen, „die Schwierigkeiten in den Griff” zu kriegen. Ein sportliches Problem: Angesichts des Tabellenstands von Alemannia werden die Fernsehgelder wohl deutlich niedriger ausfallen als einkalkuliert.

Wegen der schwierigen städtischen Haushaltslage tun sich jedoch auch alle Politiker schwer mit Hilfszusagen für Zweitligisten. „Wir können keine Geschenke verteilen”, sagt ein Beteiligter. Zudem hätte die Alemannia-GmbH noch keine konkreten Zahlen zur wirtschaftlichen Lage vorgelegt.

Ein offenes Geheimnis ist es jedoch, dass sie kürzlich Liquiditätsprobleme hatte, die allerdings laut ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Linden „zwischenzeitlich behoben” seien. Seinerzeit sollen Spielergehälter nicht rechtzeitig ausgezahlt worden sein, es gab Mietrückstände für das neue Tivoli-Parkhaus, Sonderbusfahrten sollen nicht bezahlt worden sein und auch Dienstleister sollen verspätet ihr Geld erhalten haben. Dass die Alemannia bislang trotz ihrer Personalnöte keinen neuen Spieler verpflichtet hat, ist ein weiteres Indiz für die schwierige Lage.

Man müsse das „jetzt erstmal sacken lassen”, erklärte ein Gesprächsteilnehmer am Freitag. Ob es städtische Hilfe für die Alemannia geben kann und wie sie aussehen könnte, soll jetzt die Kämmerin erarbeiten. Bislang hat die Stadt vor allem für die Umgestaltung des Tivoli-Vorplatzes rund zehn Millionen Euro aufgebracht.

„Für uns geht es darum, dass einige Dinge zeitnah geklärt werden”, betonte Linden. Sein Nachfolger im OB-Amt Philipp ließ auf Anfrage der „Nachrichten” über den Pressesprecher der Stadt lediglich mitteilen, keine Auskunft geben zu wollen.
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