Stadt sieht großen Nachholbedarf beim preiswerten Wohnraum

Von: akai
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Still ruht der See: Wann und wie es mit dem an der Beverstraße geplanten „Kronprinzenquartier“ weiter geht, ist noch offen. Die Politik hält aber daran fest, dass dort mindestens zu 20 Prozent sozialer Wohnungsbau verwirklicht werden muss. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Schwerpunkt des druckfrischen städtischen Immobilienberichts 2013 ist mit Bedacht gewählt. Im Mittelpunkt der jetzt vorgestellten aktuellen zehnten Auflage steht das Thema „Wohnen“. „Weil sich die Sorge vor weiterer Wohnraumverknappung auch in Aachen verstärkt hat“, sagt der zuständige Beigeordnete Manfred Sicking.

Besonders einkommensschwache Haushalte seien betroffen, weil „große Teile des öffentlich geförderten Wohnungsbestandes nach dem Auslaufen der Förderung aus der Mietbindung entfallen“, so Sicking.

Die Stadt sei mehr denn je gefordert, durch verschiedene Maßnahmen dieser problematischen Entwicklung entgegenzuwirken. Ein wichtiges Instrument sei dabei die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft, kurz Gewoge, an der die Stadt immerhin mit 64 Prozent beteiligt ist. Sicking verweist dabei beispielsweise auf die Wohnungsreserven an der Jülicher Straße. „Ich hoffe, dass es trotz der Haushaltssperre bei den 41 Millionen Euro bleibt, die für die Sanierung der Gewoge eigenen Gebäude vorgesehen sind.“ Allerdings müsse die Gewoge auch aktiver werden und ein stärkeres Engagement zeigen.

Hauptansatz für bezahlbaren Wohnraum ist für Norbert Plum, neuer Vorsitzender des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses, der Bebauungsplan. Darin sei für private und städtische Flächen festgeschrieben, dass zumindest 20 Prozent für sozialen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden müssen. „Gegen ein paar Prozent mehr hätte ich auch nichts“, sagt der Sozialdemokrat.

Konkretes Beispiel

Ein konkretes Beispiel, wie um diese Prozentmarke geradezu gefeilscht wird, liefert das Projekt Kronprinzenquartier an der Beverstraße. Die Linken kritisieren, dass der neue Investor, die „Aug. Prien Immobilien Projektentwicklungsgesellschaft mbH“, möglicherweise durch „Trickserei“ die 20-Prozent-Regelung aushebeln will. Die „speziellen Vorstellungen“ des Investors könnten, so die Linke, auf weniger Fläche in nur einem Wohnriegel hinauslaufen. „Wir müssen diesen Forderungen entschieden entgegentreten“, fordert der Fraktionsvorsitzende Leo Deumens.

Auch Plum will unbedingt an den Zielen einer gesunden Durchmischung von Wohnquartieren festhalten. „Die Politik lässt nicht mit sich handeln“, sagt der Sozialdemokrat mit Blick auf das Kronprinzenquartier, „die 20 Prozentmarke für den öffentlich geförderten Wohnungsbau steht“. Heute soll das strittige Thema im Planungsausschuss diskutiert werden.

Probleme bereite der Stadt, so Edmund Feiter, Leiter des städtischen Fachbereichs Immobilienmanagement, die Bereitstellung von Gewerbeflächen. „Wir nehmen über Verkäufe zehn Millionen Euro pro Jahr ein, kaufen aber für nur zweieinhalb Millionen Euro neue Grundstücke an. Da muss radikal etwas passieren.“ Denn in dem noch aus dem Jahr 1980 stammenden alten Flächennutzungsplan seien nicht mehr als noch 20 Hektar Gewerbefläche ausgewiesen. Dass sich in naher Zukunft, keine Firmen mehr in Aachen ansiedeln, will die Stadt unbedingt vermeiden. „Wir brauchen intelligente Lösungen“, sagt Dezernent Sicking. Dazu zähle auch, ehemalige militärisch genutzte Flächen in den Fokus zu nehmen wie zum Beispiel das Areal Hitfeld und alte Industrieflächen neu zu besiedeln. Vorzeigeobjekt sei der Schlachthof, wo sich zahlreiche Unternehmen angesiedelt haben.

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