Aachen - Stadt schmiedet neue Pläne für die Stahlfabrik

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Stadt schmiedet neue Pläne für die Stahlfabrik

Von: Gerald Eimer
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Zigtausende Tanzfreunde strömen auch in diesen Tagen wieder zur Strang-Halle und genießen zeitgenössische Darbietungen im alten Fabrikambiente. Die Ratsmehrheit kann sich nun einen Umbau zu einer dauerhaften Veranstaltungsstätte gut vorstellen. Foto: Andreas Herrmann
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Faszinierendes Industriedenkmal: Die alte Fabrik an der Philipsstraße geht womöglich neuen Zeiten entgegen. Foto: Andreas Hermann

Aachen. Welche Zugkraft und Ausstrahlung alte Industrieanlagen haben, zeigen die Zeche Zollverein in Essen, das Gasometer in Oberhausen oder auch das E-Werk in Köln. Nun wollen die Aachener mit dem Backsteinbau von Stahlbau Strang gleichziehen.

Einem breiteren Publikum werden dessen Reize bislang vor allem während des kultigen Schrittmacher-Tanzfestivals vor Augen geführt, künftig könnte die Halle auch als Ganzjahresveranstaltungsort für Konzerte, Vorstellungen und Events aller Art in Frage kommen.

Die Idee kursiert seit Jahren, doch diesmal wollen CDU und SPD Ernst machen. Bereits im vergangenen November haben sie die Verwaltung beauftragt, dauerhafte Nutzungsmöglichkeiten der Halle zu prüfen und Überlegungen zur Organisation dieser außergewöhnlichen Location anzustellen.

Die alte Fabrikhalle an der Philips­straße – gut 110 Meter lang und 22 Meter breit – stehe „mit ihrem Großstadt-Flair und faszinierender Industriearchitektur“ in Kontrast zu modernen Veranstaltungsräumen, schwärmen die Vertreter der Ratsmehrheit. In ihren Augen könnte die Strang-Halle eine Lücke zwischen dem Euro­gress und dem Depot Talstraße schließen. Vor allem einem jüngeren Publikum könnte man dort tolle neue Angebote machen, ist Karl Schultheis (SPD) überzeugt.

Der Bedarf ist unbestritten

Er hat gemeinsam mit Simon Adenauer (CDU), der ebenfalls dem rohen Charme der Halle erlegen ist, den Antrag auf den Weg gebracht und sich auf Landesebene bereits kundig gemacht, ob für die Hallennutzung auch Städtebaufördermittel fließen könnten. Der Bedarf sei jedenfalls da, betonen Schultheis und Adenauer. Und inzwischen scheint auch klar, dass die Halle der Stadt tatsächlich auch als Veranstaltungsort zur Verfügung stehen könnte.

Zwar lehnen die Eigentümer einen Verkauf bislang ab, gute Chancen bestehen nach Einschätzung von Schultheis jedoch für einen langfristigen Mietvertrag. Genutzt wird die Halle schon jetzt von den Bühnentechnik-Spezialisten von Artec, die dort ihr Equipment lagern und auch die dortigen Tanzveranstaltungen höchst erfolgreich ausrüsten. Zigtausende Besucher strömen Jahr für Jahr und auch in diesen Tagen wieder ins Haus, um die Tanzensembles in einem einzigartigen Flair zu erleben.

Sowohl der Festivalleiter Rick Takvorian als auch Aachens Kulturdezernentin haben in der Vergangenheit des öfteren dafür geworben, die Halle auch für weitere kulturelle Events zu öffnen. „Es ist ein guter Ort für unkonventionelle Ideen“, meinte Susanne Schwier schon vor Jahren.

So sieht es inzwischen auch der städtische Kulturbetrieb, der dort die unterschiedlichsten Großereignisse für denkbar hält – angefangen bei Konzerten und Theatervorstellungen über Ausstellungen und Lesungen bis hin zu Karnevalsveranstaltungen, Tagungen oder Konferenzen.

Machbarkeitsstudie geplant

Was alles denkbar ist, soll nun mittels einer Machbarkeitsstudie herausgefunden werden. So schlägt es jedenfalls die Verwaltung vor, und so will es die Ratsmehrheit voraussichtlich auch in der nächsten Woche im Kulturbetriebsausschuss beschließen. Zu prüfen ist unter anderem, ob alle Anforderungen an den Brandschutz, den Lärmschutz und auch an die Parkmöglichkeiten erfüllt werden können. Völlig offen ist auch noch die Frage, wer denn für das Programm und den Betrieb der Spielstätte verantwortlich sein soll.

Die Stadt will sich eher raustun, wie aus der Vorlage für den Ausschuss hervorgeht. Sie verweist auf die Erfahrungen anderer Städte, in denen meist externe Betreiber in Form einer GmbH vergleichbare Veranstaltungsstätten führen. Einfluss auf das Programm könnte die Stadt gleichwohl nehmen, heißt es. Welche Umbaumaßnahmen erforderlich sind, ist bislang noch ebenso ungeklärt wie die Kosten, die damit verbunden sind.

CDU und SPD sind dennoch schon jetzt überzeugt, dass eine kulturelle Einrichtung dieser Qualität dem Standort Rothe Erde, der mit seinen neu entstehenden Wohnvierteln und neuen Produktionsstätten ohnehin vor einem Umbruch steht, nur guttun kann.

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