Aachen - Stadt schließt OT aus Sorge um Mitarbeiter

Stadt schließt OT aus Sorge um Mitarbeiter

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
tal_bu
Aus Angst vor neuerlichen Ubergriffen eines psychisch angeschlagenen Hausbewohners hatte die Stadt Aachen ihr Jugendzentrum in der Talstraße (Bild) für zunächst zwei Wochen geschlossen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Knall auf Fall hat die Stadt Aachen zum Wochenbeginn ihr Jugendzentrum in der Talstraße geschlossen. Offizielle Begründung: bauliche Veränderungen, doch in erster Linie will das federführende Jugendamt Mitarbeiter und Besucher vor weiteren Attacken eines Hausbewohners schützen.

Der 27-Jährige hatte vor mehreren Wochen dermaßen randaliert, dass er in die Psychiatrie eingewiesen wurde. Jetzt ist er wieder da, eine Woche früher als erwartet, und aus Angst vor neuerlichen Ausfällen wurde die OT erst einmal zugemacht.

Am Nachmittag des 9. Dezember waren vier Streifenwagenbesatzungen nötig, um den 27-Jährigen zu überwältigen. Unter anderem hatte der Mann, der drogenabhängig sein soll, die Fenster und die Wohnungseinrichtung zertrümmert.

Er wurde umgehend einer psychiatrischen Einrichtung zugeführt, wo er bis zum 19. Januar bleiben sollte.

„Hier ist immer etwas los”, so heißt das Motto der OT Talstraße. Doch davon kann im Augenblick nicht so richtig die Rede sein, denn nach Auskunft von Stadtpressesprecher Axel Costard ist die OT für zunächst zwei Wochen zugemacht worden - als zu groß erachtet man beim Jugendamt die Risiken.

Gleichwohl soll nicht alle Betreuungsarbeit eingestellt werden, es wird „Außenaktivitäten” geben, bis eine Lösung des Problems gefunden ist.

Das Problem: Das Gebäudemanagement der Stadt Aachen, dem auch das frühere Straßenbahndepot in der Talstraße gehört, kann das Mietverhältnis wohl nicht von jetzt auf gleich kündigen und den 27-Jährigen samt Familie auf die Straße setzen. Laut Presseamt wird an einer Lösung gearbeitet.

Mittlerweile hat sich der der Personalrat an den Oberbürgermeister gewandt und mitgeteilt, dass er die Situation für brenzlig hält und die dort tätigen Kollegen vor „Übergriffen” bewahrt sehen will.

Erwartet werde, „dass unabhängig von der 14-tägigen Schließung die Beschäftigten des Jugendzentrums zu deren Schutz ihre Tätigkeit erst wieder nach Beendigung des Mietverhältnisses zwischen der Stadt Aachen und besagtem Bewohner aufnehmen sollen”.

Die OT in der Talstraße, die pro Tag von 30 bis 50 jungen Leuten frequentiert wird, bietet ein breites Spektrum an Betätigungsmöglichkeiten: Hausaufgabenbetreuung ist ebenso im Angebot wie gemeinsames Kochen, Computer-Kurse gibt es und ein Rap-Projekt, Kickergeräte und Billardtische stehen ebenfalls zur Verfügung.

Betrieben wird die Einrichtung vom städtischen Jugendamt in Kooperation mit Schulen und offenen Jugendeinrichtungen in Rehm- und Ostviertel sowie dem Pädagogischen Zentrum (PÄZ) und der Caritas.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert