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Stadt schafft Platz für 200 Wohnungen

Von: Heiner Hautermans
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Das lange leerstehende Gebäude an der Ecke Wilhelmstraße/Gottfriedstraße ist völlig entkernt und umgestaltet worden. Jetzt präsentiert es sich als Schmuckstück. Foto: Harald Krömer

Aachen. Rund 1000 Wohnungen und Häuser entstehen in den nächsten fünf Jahren auf Baugebieten, die schon von der Stadt ausgewiesen sind oder deren Ausweisung in Vorbereitung ist - also rund 200 pro Jahr.

Mit dieser Mitteilung reagiert die Verwaltung auf Vorwürfe, dass die Kommune sich unzureichend auf die Campus-Entwicklungen in Melaten und am Westbahnhof vorbereite, wo 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

In der letzten Woche hatte der Geschäftsführer von S-Immo, der Immobilien-Gesellschaft der Sparkasse Aachen, Franz Jansen, behauptet, dass die Stadt Aachen zu wenig Aktivitäten in dieser Richtung entwickle. Bau- und Umweltdezernentin Gisela Nacken sagte dazu auf Anfrage: „Das ist nicht richtig.”

„Gerade die Stadt Aachen ist bereit, bauwilligen Familien Grundstücke zu günstigen Bedingungen zur Verfügung zu stellen”, ergänzt Evelin Wölk vom Presseamt. In den letzten Jahren sei dies vom Immobilienmanagement in den Plangebieten Gut Lehmkülchen und Grauenhofer Weg schon hervorragend umgesetzt worden, aktuell liege dem Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss als zuständigem politischen Gremium der Verkauf von 15 Einfamilienhausgrundstücken vor, weitere Flächen würden im Brander Feld (Bobenden und Lontzenweg), am Grauenhofer Weg sowie in Eilendorf (Breitbendenstraße) und in Gut Überhaaren angeboten.

In Vorbereitung seien mehrere größere Plangebiet wie Richtericher Dell, Alt Tivoli, Guter Hirte, der Innenbereich von Lichtenbusch und in Kornelimünster-West. Wölk: „In diesen Plangebieten verfügt die Stadt über großen Grundbesitz oder ist, etwa im Alt Tivoli, alleinige Eigentümerin (nähere Auskünfte unter 0241/432-2300 oder Kontaktaufnahme unter der E-Mail-Adresse immobilienmanagement@mail.aachen.de). Doch nicht nur die Stadt tut einiges.

Auch Privatinvestoren

„Private Investoren haben erkannt, dass das Wohnen wieder ein Thema ist”, hat Beigeordnete Nacken eine schon seit Jahren anhaltende Tendenz beobachtet. So werden etwa Häuser aufgestockt oder brachliegende Gewerberäume in Wohnungen umgewandelt. Ein schönes Beispiel dafür ist das fast fertiggestellte Gebäude an der Ecke Wilhelmstraße/Gottfriedstraße, das frühere Herold-Haus, in dem einmal eine Nebenstelle des Amtsgerichts untergebracht war. Investor Hans Sauren hat diese ehemals unansehnliche Immobilie in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Wohnungswesen zu einem Vorzeigebau umgewandelt.

Mit Millionenaufwand sind dort 60 Wohnungen eingerichtet worden, etwa gleich viele Plätze in einer Tiefgarage und 800 Quadratmeter Gewerbefläche im Erdgeschoss. Das 450 Quadratmeter große Penthouse mit reizvollem Blick auf Dom und Rathaus ist eine kombinierte Wohn- und Bürofläche. An einer anderen Stelle, an der Vaalser Straße, wirft der Campus Melaten sogar direkte Schatten. Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei wird von einem Architektenpaar momentan ein Campus-Boardinghouse mit zwölf Einheiten hochgezogen.

Das Boardinghouse ist ein Beherbergungsbetrieb, in dem die Bewohner, etwa Geschäftsreisende, Urlauber oder auch Gastprofessoren, für einen längeren Zeitraum untergebracht sind. Sie sind voll ausgestattet, etwa mit Küchen, oft werden auch Zusatzdienstleistungen wie Verpflegung oder Zimmerservice angeboten. Ein ähnliches Haus ist mit 90 Einheiten auf dem Gelände Alt-Tivoli vorgesehen.

Doch trotz all dieser Initiativen kann und will Aachen nicht den zu erwartenden Bedarf durch die Campus-Vorhaben allein decken. „Wir stoßen an Grenzen und können nicht jeden Freiraum als Wohngebiet ausweisen”, gibt Dezernentin Nacken zu bedenken.

Deshalb finde sie es richtig, dass auch ländlicher strukturierte Kommunen sich vorbereiteten: „Da können wir mit den Grundstückspreisen nicht mithalten.” Das mache auch nicht an den Grenzen halt: „Das Publikum, das sich für die Hochschulen interessiert, ist ein sehr internationales.” Wichtig sei deshalb eine gute Zusammenarbeit in der Euregio.
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