Aachen - Stadt macht den Müll jetzt überall weg

Stadt macht den Müll jetzt überall weg

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Am Freitag war Premiere: Im neuen Jahr erteilt die Stadt Aachen dem Müll auch in den Außenbezirken eine Abfuhr, vorher war dort eine Privatfirma zuständig. Unser Bild entstand in Brand. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Seit Freitag ist zusammen, was zumindest nach Ansicht der Ratsmehrheit auch zusammengehört: Nicht nur wie bisher im Zentrum, auch in den Außenbezirken ist die Stadt Aachen jetzt zuständig für die Müllabfuhr.

Am ersten Werktag des neuen Jahres kurvten die 20 frisch eingestellten Kollegen mit funkelnagelneuen Wagen durch die Straßen vor Brand, um sich der dortigen Rest- und Biomülltonnen anzunehmen. Lange Jahre hatte diese Arbeit eine private Entsorgungsfirma erledigt.

Grund für den Wechsel: Der Stadtbetrieb ist angeblich preiswerter, so dass nach Ansicht der Politik diese Rekommunalisierung schon aus finanziellen Gründen Sinn macht.

Auf Jungfernreise

Am Freitagmorgen kurz nach 7 Uhr gingen Fahrer und Lader auf ihre Jungfernreise unter neuer Regie. Als alle Touren absolviert waren, kam es im Stadtbetrieb zum großen Aufatmen: „Alles im grünen Bereich” hieß das erste Fazit, zu größeren Verknurpsungen sei es nicht gekommen. Detlev Ahn, Vorsitzender des Personalrats: „Soviel ich weiß, ist kein Behälter stehen geblieben.”

Heinz Willi Clairding, stellvertretender Abteilungsleiter und Chef im Kundenservice: „Keine besonderen Vorkommnisse.” Dies, obwohl öffentlicher Dienst und Privatwirtschaft in der Regel zwei sehr verschiedene Paar Schuhe sind. So waren denn auch eine intensive Vorbereitungsphase und großer logistischer Aufwand notwendig, um für den 2. Januar 2009 gewappnet zu sein.

Praktischerweise hat man die von der Firma Braun verwendeten Tourenpläne erst einmal übernommen, was nicht bedeutet, dass sie für immer und ewig beibehalten werden. Laut Clairding ist daran gedacht, die Abläufe „stückweise zu ändern”.

Dass bei der Premiere alles geklappt hat, führt Ahn auf flächendeckende Einsatzbereitschaft zurück, „das war schon ein Kraftakt für den Stadtbetrieb. Alle Kollegen haben sich ein dickes Lob verdient.” Auch deswegen, weil es plötzlich an unerwarteter Stelle hakte.

Zur großen und nicht angenehmen Überraschung der Beteiligten waren die neuen Fahrzeuge mit allerlei Mängeln behaftet. „Keine Riesensachen”, so Clairding, aber in jedem Einzelfall nervend - mal gab es Ärger mit der Hydraulik, mal mit der Lichtanlage, so dass die Frage berechtigt sei: „Haben die keine Ausgangskontrolle?”

Drei Tage Testlauf

Auch beim Personalrat spricht man von „Riesenanstrengungen” die nötig gewesen seien, um den neuen Fuhrpark ordnungsgemäß in Marsch zu setzen (für die Betreuung der Außenbezirke wurden insgesamt neun Fahrzeuge geordert, darunter zwei für den Sperrmüll; der Stückpreis liegt bei 200.000 bis 250.000 Euro).

Zum Glück, so Ahn, seien die Ungetüme schon am vergangenen Montag geliefert worden, so dass man sie drei Tage lang habe testen und auf Vordermann bringen können.

War der Rat noch davon ausgegangen, dass für die Abfallbeseitigung in den Stadtbezirken Brand, Eilendorf, Haaren-Verlautenheide, Kornelimünster-Walheim, Laurensberg und Richterich 27 Stellen nötig seien, lässt man es nun bei 24 bewenden.

20 Müllwerker, viele davon früher bei der Firma Braun beschäftigt, wurden neu eingestellt, vier waren schon bei der Stadt tätig. Insgesamt kümmern sich in Aachen rund 140 Bedienstete um die Müllbeseitigung.
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