Aachen - Stadt kauft sich in der Antoniusstraße ein

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Stadt kauft sich in der Antoniusstraße ein

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Hinterhoftristesse in bester Lage: Die Zukunft der Rotlichtmeile Antoniusstraße im Herzen der Stadt ist ungewiss. Erstmals sichert sich die Stadt dort ein Grundstück. Langfristiges Ziel ist es, das Umfeld deutlich aufzuwerten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Rotlichtmeile Antoniusstraße gerät verstärkt ins Blickfeld der städtischen Planer. In der kommenden Woche steht im nichtöffentlichen Teil des Liegenschaftsausschusses ein durchaus pikantes Vorhaben auf der Tagesordnung: Die Stadt erwägt demnach den Ankauf eines Hauses mit Bordellbetrieb.

Nicht etwa, um das städtische Dienstleistungsangebot auszuweiten, sondern um einen ersten Schritt zur städtebaulichen Umgestaltung des Viertels zu machen. Erstmals macht die Stadt von einer Vorkaufsrechtssatzung Gebrauch, die vor Jahren für den Bereich Antoniusstraße erlassen wurde, um dort die Ausweitung des Rotlichtmilieus zu verhindern.

Aus Sicht der Verwaltung und der Planungspolitiker könnte der geplante Ankauf von zentraler Bedeutung für die weitere Entwicklung der gesamten historischen Innenstadt sein, wobei sich bislang die meisten Beteiligten noch ausgesprochen wortkarg geben.

Klare politische Beschlüsse zur Zukunft der Antoniusstraße gibt es noch nicht - der Trend geht nun aber offener als je zuvor in Richtung Verlagerung. Dass es dann einen Alternativstandort für das horizontale Gewerbe geben muss, ist unumstritten. Die Frage ist nur: Wo? Mit Widerstand muss in jedem Fall gerechnet werden.

Gerüchteweise gibt es Interessenten, die Standorte in Gewerbegebieten für ein neues Bordell favorisieren. Denkbar aber auch, dass das Angebot in der Antoniusstraße in einem überschauberen und diskreten Rahmen erhalten bleibt und sich rundum neue Geschäfte oder Gaststätten ansiedeln. Auch an Wohnungen ist gedacht.

Für diese Entwicklung macht sich seit Jahren die Architektin Petra Müller (FDP) stark. Keine andere Stadt leiste sich in einer solch attraktiven Lage „einen weißen Fleck”, sagt sie. Der Hauskauf könne nun die Initialzündung für eine Veränderung sein, die sich auch auf die Kleinkölnstraße und Nikolausstraße nur positiv auswirken könne. „Das macht Sinn”, meint auch Ernst-Rudolf Kühn (CDU), dem die Schmuddelecke seit Jahren ein Dorn im Auge ist.

Unterdessen betonen Michael Rau (Grüne) und Norbert Plum (SPD), dass es zunächst nur darum gehe, eine optimale Entwicklung am Büchel hinzukriegen. Dort soll bekanntlich das betagte Parkhaus einer modernen Einkaufslandschaft namens „Bel Etage” weichen. Der geplante Ankauf des in der Nähe liegenden Grundstücks an der Ecke Nikolausstraße/Antoniusstraße könnte für deren Planung durchaus strategische Bedeutung haben.

Noch hat die Antoniusstraße in allen Parteien auch Fürsprecher, unter anderem weil die Innenstadtlage größere Sicherheit und Kontrolle des Gewerbes gewährleiste. Oberhand scheinen jetzt aber jene zu kriegen, die gegen die Hinterhoftristesse angehen wollen. Weitere Ankäufe durch die Stadt dürften somit nur eine Frage der Zeit sein.
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