Stabile Bügel lösen die alten „Felgenkiller” ab

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
Zum Anlehnen: Vor dem Audimax
Zum Anlehnen: Vor dem Audimax gibt es jetzt Bügel, an denen Fahrräder abgestellt und festgeschlossen werden können. Rund um die Wüllnerstraße schafft die RWTH solche Abstellmöglichkeiten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sonstiges Verkehrsmittel? Da muss Bela Brenger aber energisch widersprechen. „Das Fahrrad ist für Studenten das Verkehrsmittel überhaupt”, sagt der Asta-Vorsitzende der RWTH. Den Fahrradständern an vielen Hochschulinstituten sieht man das nicht unbedingt an.

Weit verbreitet sind noch die berüchtigten „Felgenkiller”, in die das Vorderrad geschoben wird - was dann Schaden nimmt, wenns kippt. Doch die Rettung naht: „Wir tauschen 430 Felgenkiller aus”, sagt Gabriele Golubowitsch, die Leiterin des Facility Managements der RWTH. An ihre Stelle treten 250 solide Stahlbügel, an die man sein Rad anlehnen und mit einem Schloss sichern kann. Und weil jeder Bügel zwei Seiten hat, ergibt das 500 Abstellmöglichkeiten für studentische Hauptverkehrsmittel.

Derzeit entstehen sie vor allem rund um das Audimax an der Wüllnerstraße, andere Ecken der Stadt sollen folgen. Außerdem will die RWTH auch bei Neubauten auf die Parkmöglichkeiten der Radfahrer achten. Und das rechnet sich für die Hochschule: „Wir müssen schließlich Pkw-Stellplätze schaffen”, erklärt Golubowitsch. Das koste Geld und Platz. Dank des Mobilitätskonzepts der TH, das unter anderem eben den Ausbau der Fahrradabstellanlagen vorsieht, „können wir die Zahl der Pkw-Stellplätze reduzieren”.

Das eingesparte Geld und die nicht benötigte Parkplatzfläche nutzt die Hochschule lieber für andere Aktivitäten. Die Leiterin des Facility Managements verweist da auf den Neubau eines Hörsaalzentrums an der Claßenstraße. Dort sollen nicht allein oberirdisch Abstellmöglichkeiten für 200 Fahrräder entstehen, 600 weitere finden Platz in einer Art Tiefgarage.

„Riesige Schritte”

Die wettergeschützte Unterbringung findet Aachens Baudezernentin Gisela Nacken ideal. Auch sonst ist sie recht angetan von den Entwicklungen an der RWTH in Sachen Mobilität. „Riesige Schritte in den letzten Monaten” hat Nacken da ausgemacht und nennt etwa das Job-Ticket („war schwer”), ein Stellplatz-Konzept und die Parkraumbewirtschaftung („sicher so schwer wie das Job-Ticket”).

Anfang vergangenen Jahres hatten Stadt und Hochschule Gespräche über das Thema Mobilität begonnen. Einig war man sich schnell: Die Fahrradparksituation rund um das Audimax empfanden beide Seiten als nicht gerade beglückend. Dabei möchte die RWTH laut Gabriele Golubowitsch als größter Arbeitgeber der Stadt doch gerne Vorreiter sein in Sachen moderen Mobilität. Das Auto spiele bei den Studierenden da keine so große Rolle. Die wollen lieber praktische Abstellmöglichkeiten für ihre Drahtesel an allen Hochschulgebäuden.

Das wird allerdings noch ein Weilchen dauern, derzeit werden vor allem rund um die Wüllnerstraße in großem Umfang Felgenkiller gegen Bügel ausgewechselt. Kostenpunkt: etwa 76.000 Euro. Die ersten 90 Bügel sind schon installiert, der Rest folgt in den nächsten Wochen und Monaten.

Außerdem macht man sich an der RWTH Gedanken um ein „Mobilitätsportal”, das eine „intelligente Wegführung” zu den einzelnen Instituten und Einrichtungen über Smartphones ermöglicht. „Wir sind ja keine klassische Campus-Hochschule”, erklärt Gabriele Golubowitsch, „sondern haben Standorte in der ganzen Stadt verteilt.” Für die Wege von einem zum anderen ist das Rad eben das Verkehrsmittel überhaupt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert