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Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mitarbeiter des Stadtbetriebs

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Bezirkskolonnen des Aachener Stadtbetriebs im Zwielicht: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Mitarbeiter wegen illegaler Machenschaften. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mehrere Mitarbeiter des Aachener Stadtbetriebs sollen seit längerem in kriminelle Machenschaften verstrickt sein. Ihnen werden unter anderem Umweltdelikte, Betrug und nicht genehmigte Nebengeschäfte vorgeworfen. Acht Mitarbeiter sind zwischenzeitlich „vorsorglich“ freigestellt worden – darunter ein Kolonnenführer und zwei Vorarbeiter.

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Fall ist offenbar durch die Aussagen von zwei Mitarbeitern des Stadtbetriebs ins Rollen gekommen, die unter anderem auch die illegale Entsorgung von asbestbelasteten Nachtspeicheröfen aufgedeckt haben. Mindestens zwölf solcher Öfen – mutmaßlich aus dem städtischen Krematorium – sollen demnach nicht fachgerecht und den Vorschriften entsprechend entsorgt, sondern in einem stillgelegten Steinbruch im Aachener Süden vergraben worden sein. Ob die auf diese Weise eingesparten Entsorgungskosten in knapp fünfstelliger Höhe in private Taschen geflossen sind, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Unter Verweis auf die laufenden Untersuchungen wollte sich Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp am Donnerstag nicht näher zu den Vorfällen äußern. Allerdings gehe man auch Hinweisen nach, wonach Mitarbeiter des Stadtbetriebs während ihrer Arbeitszeit ungenehmigten Nebentätigkeiten nachgegangen seien. Unter anderem sollen sie für die private Firma eines Kolonnenführers tätig gewesen sein, teils sollen auch betriebsfremde Fahrzeuge auf dem städtischen Betriebshof repariert und illegal betankt worden sein. Auch von Drogenmissbrauch und -handel ist die Rede.

Streit und Bedrohungen

Insider sprechen von einem „unglaublichen Sumpf“, der im Aachener Stadtbetrieb entdeckt worden sei. Die beiden städtischen Mitarbeiter hätten ausgepackt, weil es zu Unstimmigkeiten, Streit und Bedrohungen in der Belegschaft gekommen sei. Wie groß der Kreis der Beteiligten an den unsauberen Machenschaften ist, wie lange er bereits tätig ist und ob er möglicherweise gar von höherer Seite gedeckt und geduldet wurde, muss nun ermittelt werden. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, erklärte Oberstaatsanwalt Robert Deller.

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