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St. Kornelius ist ein Sanierungsfall

Von: Georg Dünnwald
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Propst Ewald Vienken hat der Humor nicht verlassen, obwohl in der Korneliuskapelle Risse im Dach entstanden und im Dachstuhl der Hauptkirche die Larven des gescheckten Nagekäfers ihr Unwesen treiben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Propst Ewald Vienken läutet die Alarmglocken. An St. Kornelius nagt zwar nicht der Zahn der Zeit, im Dachgebälk der fünfschiffige Kirche aber hat sich der gescheckte Nagekäfer eingenistet. Und dessen Larven fressen sich durchs harte Kernholz der Eichenbalken, die Jahrhunderte lang das Dach des alt ehrwürdigen Gotteshauses getragen haben.

Das war jedoch noch nicht alles, was den Propst in Angst und Schrecken versetzt hat. Im Rokoko-Anbau, der Korneliuskapelle, hat er Risse im Dach entdeckt. Jetzt steht ein Gerüst mittenmang in dem Nebenbau, um die Bedeckung zu halten.

Der wertvolle Holzaltar, in dem früher die Heiligtümer von St. Kornelius aufbewahrt wurden, ist der Wurm drin. Mit anderen Worten, St. Kornelius ist ein Sanierungsfall - und das ein paar Tage vor der Korneliusoktav, die am kommenden Sonntag beginnt.

Die Korneliuskapelle, die nur einmal im Jahr während der Oktav zugänglich ist, weil dort die wertvollen Reliquiare mit den Schädeldecken des heiligen Kornelius und des heiligen Cyprianus ausgestellt werden, bleibt in diesem Jahr verschlossen. „Sie zu öffnen, wäre zu gefährlich”, glaubt Vienken. Die Reliquienbehälter werden deshalb im Benediktusschiff ausgestellt.

„Ende des 19. Jahrhundert wurde eine Laterne am Dach befestigt. Der Stahlträger ist in den mehr als hundert gerostet und hat sich dadurch ausgedehnt. Risse sind entstanden, die dringend beigearbeitet werden müssen”, erklärt der Geistliche. In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts seien schon einmal Reparaturarbeiten vorgenommen worden, „und dann wurde nur noch beigestrichen”.

Alleine für die Untersuchung der Schäden werden 51.000 Euro benötigt. „Wir haben uns schon beim Bistum gemeldet und auch bei der Denkmalbehörde.” Denn St. Kornelius braucht Geld für die Sanierung, die insgesamt wohl mehr als eine halbe Million Euro kosten wird. „Das ist viel Holz fürs Holz im Dachstuhl und im Altar”, sagt Vienken und ist dabei keineswegs begeistert. Er hat sich zwar auch mit Dombaumeister Helmut Maintz in Verbindung gesetzt, um die praktikabelste Lösung zu finden, weiß aber, dass die auf jeden Fall teuer wird.

„Mit tut es auch leid, dass die Oktav nicht wie gewohnt ablaufen kann. Das aber wird der Feierlichkeit keinen Abbruch tun”, verspricht der Propst von Kornelimünster.

Er hat nun erfahren, wie vermutlich der gescheckte Nagekäfer den Dachstuhl erobert hat. „Er befällt nur das harte Kernholz in stehenden Eichen, das auch zu Balken verarbeitet wird und eine Jahrhunderte lange Lebensdauer hat. Aus diesem Kernholz entweicht ein Duft, der noch zehn Kilometer weiter entfernt von den Schädlingen wahrgenommen wird.” Und auch dicke Kirchenmauern würden die Käfer nicht abhalten.

Propst Ewald Vienken bittet wegen der hohen Kosten für die denkmalgeschütze Kirche um Spenden aufs Konto 2750123 bei der Sparkasse Aachen, BLZ. 39050000, Kenntwort Kirchensanierung.
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