Aachen - St. Jakob: Einbrecher steigen über Baugerüst ein

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St. Jakob: Einbrecher steigen über Baugerüst ein

Von: Robert Esser
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Erst aufs Gerüst, dann durchs Fenster in die Kirche: In St. Jakob verursachten die unbekannten Einbrecher hohen Schaden. Foto: Robert Esser
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Pfarrer Andreas Mauritz neben der Holzleiter, die von den Tätern zum Einstieg ins Hauptschiff herabgelassen wurde. Foto: Robert Esser
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Aufgeschlitzt: Das massive Gehäuse der Opferstöcke wurde beim Aufbruch erheblich beschädigt. Foto: Robert Esser

Aachen. Mit brachialer Gewalt sind Einbrecher in der Nacht zum Donnerstag in die Kirche St. Jakob und die benachbarte Kindertagesstätte am Mühlenberg eingestiegen. Dabei entstand vor allem in dem Gotteshaus an der Jakobstraße erheblicher Schaden. Ob es sich bei den beiden Einbrüchen um denselben oder dieselben Täter handelte, ist noch unklar.

Pfarrer Andreas Mauritz ist entsetzt, als er den Schaden am Donnerstagmorgen mit der Polizei begutachtet. Offenbar sind die Täter über ein Baugerüst, das noch Monate nach dem Abschluss der Dachsanierung der Seitenschiffe an Ort und Stelle blieb, in die Kirche eingestiegen. „Augenscheinlich kletterte man das Außengerüst bis auf eine Höhe von etwa drei Metern hoch. Dann wurde der untere Teil der wertvollen Schmuckfenster zerschlagen, eine Holzleiter in den Innenraum heruntergelassen – schon waren die Täter drin“, schildert Mauritz der vermutlichen Tatablauf. Der Pastor ist über die Dreistigkeit und Zerstörungswut der Täter entsetzt. „Wie hoch der Schaden am Kirchenfenster ist, kann man derzeit noch gar nicht sagen. Das wird nun von einem Fachbetrieb ermittelt“, sagt er.

Rohe Gewalt

Abgesehen haben es die Unbekannten in der Nacht offenbar auf die Opferstöcke. Mehrere werden mit roher Gewalt aufgebogen und aufgebrochen; ein einziger Opferstock hält dem Angriff stand. „Wie viel Geld entwendet wurde, können wir naturgemäß nicht sagen“, erklärt Mauritz. In der Regel würden die Behälter aber in kurzen Abständen geleert. Außerdem wurden große Kerzenständer umgeworfen, die Sakristei wurde durchsucht. Wie lange die Täter in St. Jakob wüteten, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich verließen sie die Kirche durch eine alte Seitentüre an der Ecke zur Jakobstraße/Jakobsplatz, die sich von innen entriegeln lässt. Der oder die Einbrecher flüchtete(n) unerkannt.

„Uns ist es wichtig, auf den Einbruch aufmerksam zu machen, um etwaige Zeugen zu bitten, mit der Polizei Kontakt aufzunehmen und entsprechende Angaben zu machen. Außerdem möchten wir die Bevölkerung sensibilisieren“, betont Mauritz. Der Einbruch in ein Gotteshaus mit solcher Zerstörungswut sei außergewöhnlich – in der Nachbarschaft hat offenbar niemand etwas von der Raubzug in der Nacht gehört und bemerkt.

Nur ein zeitlicher Zufall? Durch eine Hintertür wird in derselben Nacht in die katholische Kita nebenan eingebrochen. Sachschaden entsteht hier aber kaum. „Tortilla-Chips, zwei Flaschen Sekt und ein paar Himbeeren wurden geklaut. Schokolade und Bonbons ließen die Täter zurück“, wundert sich Kita-Leiterin Inge Bayer. Geld sei in der Kita nicht zu holen, erklärt sie.

Die Kriminalpolizei sammelte in beiden Fällen viele Spuren, die nun ausgewertet werden. Das Baugerüst am Seitenschiff von St. Jakob will das Bistum Aachen nun schnellstmöglich abbauen lassen, teilte das Generalvikariat auf AZ-Nachfrage mit.

 

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