„Spurensuche“ in dunklen Kapiteln der Vergangenheit

Von: Nils Heinichen
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„Wir haben die Verantwortung, uns an die Zeit zu erinnern“, meint Ewald Haller. Er hat sich in seinem Buch „Spurensuche“ mit den Geschehnissen der NS-Zeit auseinandergesetzt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Ewald Haller ist in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden und somit Vertreter einer der letzten Jahrgänge, die noch während des Krieges geboren wurden. Er hat sich mit der Vergangenheit beschäftigt und seine gewonnenen Erkenntnisse auf 269 Seiten mit mehr als 450 Bildern zusammengetragen.„Spurensuche“ heißt sein Werk, das nach fünf Jahren detaillierter Recherche und mühsamer Schreibarbeit fertig ist.

Es behandelt zwei Schwerpunkte: zum einen die Benediktinerabtei in Kornelimünster und ihre Geschichte, zum anderen die Zeit des Nationalsozialismus. „Ich war in Jerusalem. Ich war am Judendenkmal in Berlin. Und ich war auch in Auschwitz. Diese Orte haben mich sehr berührt und gaben mir den Anstoß zum Schreiben dieses Buches“, erklärt der pensionierte Lehrer in seinem halbstündigen Vortrag bei der Buchpräsentation in der Mayerschen Buchhandlung. „Man muss die Vergangenheit für die Zukunft nutzen. Das gelingt nur mit einer richtigen und vernünftigen Auseinandersetzung mit dem Geschehenen. Und das ist in der Region nicht passiert“, sagt der Autor.

Mit seinem ersten Buch, das vom Eifel- und Heimatverein Breinig herausgegeben wird, möchte er den Versuch wagen, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. „Wir haben keine Verantwortung für das, was geschehen ist, allerdings haben wir die Verantwortung, uns an die Zeit zu erinnern“, betont Haller. Viele Eltern und Lehrer hätten nach dem Krieg geschwiegen und sich vor der Kriegsgeschichte gedrückt. „Es ist erschreckend, wenn ich abends in den Nachrichten viele Jugendliche sehe, die sich in rechten Organisationen engagieren. Hier wurde viel versäumt“, so der in Breinig lebende Schriftsteller.

Für den Geschäftsführer der Mayerschen Buchhandlung, Helmut Falter, ist das Buch von Ewald Haller etwas Besonderes. „Ich muss wirklich viel lesen. Manche Bücher fallen schwer, manche leicht. Beim Lesen dieses Buches habe ich etwas gespürt. Hier hat sich jemand mit viel Fleiß in eine schwierige Materie eingearbeitet. Er hat ein großes Gefühl dafür, wichtige Dinge weiterzugeben und zu vermitteln“, zeigt sich Falter von der Lektüre begeistert. „Durch dieses Buch habe ich viele neue Erkenntnisse erhalten und Bilder gesehen, die ich bisher noch in keinem Buch gefunden habe. Das ist das Verdienst von Ewald Haller“, ergänzt der Buchhändler.

Trotz der bisher vielen positiven Stimmen ist Ewald Hallers „Spurensuche“ erst einmal beendet. „Ich möchte an dem Buch nichts verdienen. Für mich war es einfach eine Notwendigkeit, dieses Buch zu schreiben. Das genügt. Ich sehe mich auch nicht als Schriftsteller“, gibt sich der 70-Jährige bescheiden. Helmut Falter hingegen prognostiziert. „Wenn er gesund bleibt, vermute ich, dass da noch einiges kommt“.

Das Buch „Spurensuche“ gibt es zum Preis von 27 Euro bei der Mayersche Buchhandlung an der Buchkremerstraße, der Buchhandlung Schmetz am Dom, Münsterplatz, und der Buchhandlung am Markt in Brand.

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