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Spürnase Monty wird Rentner

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Goldener Riecher: Vor zehn Jahren hatte Rauschgiftspürhund Monty seinen ersten Einsatz. Unser Archivbild zeigt den Golden Retriever mit seinem Partner Udo Kanwischer. Die beiden waren ein gutes Team. Jetzt ist Monty Rentner. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Seinen ersten Drogenfund hatte Monty ganz kurz nach seinem ersten Lehrgang. Da hat er zwei Gramm Haschisch gefunden. Im Handgriff einer Autotür”, erinnert sich Zollbetriebsinspektor Udo Kanwischer. Jetzt, zehn Jahre später, ist der Golden Retriever-Rüde Monty Rentner und blickt auf ein erfolgreiches Berufsleben als Rauschgiftspürhund beim Hauptzollamt in Aachen zurück.

„Die Schmuggler sind oft sehr einfallsreich”, erzählt sein Herrchen, Monty aber konnten sie so schnell nicht überlisten. Auch nicht, wenn die Drogen gut versteckt und mehrfach verpackt oder sogar mit einer dicken Lackschicht eingesprüht waren. „Montys guter Nase konnte ich immer vertrauen.”

Ganz dicke Freunde

Monty und Udo Kanwischer sind mehr als Kollegen. Sie sind Freunde, richtig dicke. Sie haben zusammen viel erlebt und viel gelernt. „Je älter der Hund wurde, desto besser wurde er. Und das gilt auch für mich”, sagt Kanwischer.

Zehn Jahre hat Monty Drogen aufgespürt. In 100 bis 150 Einsätzen pro Jahr war seine Spürnase gefragt. Heroin, Kokain, Marihuana und Haschisch - davon haben die beiden einiges aufgespürt, in Autos und Wohnungen.

Ein Spürhund ist immer mit demselben Hundeführer unterwegs. Schließlich muss man einander vertrauen. Mehr als vier Schnüffeleinsätze schafft ein Hund am Tag aber nicht. Dann ist Pause angesagt. Monty liebt es, in seiner Freizeit zu toben, zu tollen und zu spielen, und gearbeitet hat er auch immer sehr gerne.

Einmal hat Monty 700 Gramm Marihuana, ein anderes Mal 140 Gramm Heroin gefunden. Hinterher wird der Hund belohnt. „Allerdings nicht mit Leckerli, sondern mit Spielen und Toben”, erklärt sein Herrchen. Das signalisiert dem Hund: Du bist toll.

Besonders gerne hört Monty Komplimente aber von Frauen, denn für die hat er einen besonderen Riecher - und Frauen fliegen auf den Golden Retriever. „Einmal hielt während einer Kontrollaktion plötzlich eine Frau an und fragte, ob sie den Hund streicheln dürfe. Da ließ Monty sich natürlich nicht zweimal bitten.”

Aber auch Personen, bei denen Drogen gefunden wurden, waren dem Hund gegenüber nie aggressiv, sondern ganz entzückt von dem schönen goldenen Fell und den treuen Augen. „Sogar Menschen, die angezeigt wurden, wollten den Hund streicheln”, erzählt Kanwischer. Er nennt Monty daher auch seinen „Deeskalationshund”.

In seinem letzten Dienstjahr hatte Monty nur noch ein Auge. Das andere musste wegen eines Tumors entfernt werden. Aber auch mit einem Auge hat er noch guten Dienst geleistet. Auch jetzt als Rentner ist Monty gesundheitlich nicht ganz fit, aber bei den Kanwischers in Herzogenrath wird er gut umsorgt. Dort lebt er seit zehn Jahren, und dort wird er seinen Lebensabend verbringen.

Mit 54 Jahren ist Udo Kanwischer noch zu jung für den Ruhestand, er wechselt jetzt in den Kontrolldienst - ohne Hund. „Mir fehlt die Arbeit mit Monty sehr”, sagt er wehmütig. Oft sitze er im Auto und schaue auf die Leere hinter sich. Und Monty blickt traurig hinterher, wenn sein Partner im Auto zur Arbeit fährt. Viel Zeit verbringen die beiden dennoch miteinander.

Rauschgiftspürhunde wie Monty gehören dem Bund. Und wie es sich für einen Angestellten gehört, bekommt auch Monty seine „Rente”. Tierarztbesuche und die Hundesteuer werden vom alten Arbeitgeber finanziert. Nur das Futter, das muss der Zollbetriebsinspektor zahlen. Und davon bekommt Monty nun etwas mehr. „Schließlich darf er jetzt einen Bauch bekommen.”
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