Sprachlotsen in der Kita

Sprachlotsen in der Kita

Von: Anke Hinrichs
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Multikulti am Büffet: In der Kita Johanniterstraße trafen sich 27 Nationen zum Frühstück. Foto: Heike Lachmann

<b>Aachen. </B>27 Nationen gehen in der Kindertagesstätte Johanniterstraße ein und aus, da gibt es für die beiden die Sprachlotsen Kaula Aba Tir und Loius Diallo jede Menge zu tun.

Sie stehen den Eltern der Kita jeden Montag im Elterncafé zur Verfügung, lösen Sprachprobleme und knüpfen Kontakte.

Diallo ist seit 20 Jahren mit den Problemen der Menschen mit Migrationshintergrund vertraut, ist als Übersetzer tätig und spricht neben Deutsch auch Französisch und die Dialekte West-Afrikas. Er beschreibt seine Arbeit in der Kita so: „Eine Mutter versteht zum Beispiel den Brief vom Jugendamt nicht. Sie kommt zu mir und ich begleite sie dorthin. Viele haben einfach Hemmungen zu telefonieren, sie haben Angst die Sprache nicht zu verstehen.” Als dynamische Hilfeleistung bezeichnet die Pädagogin Marlies Pütz von der Elternschule, die als Kooperationspartner für die Kita auftritt, diesen Service.

Kaula Aba Tir ist für die Arabisch sprechende Elternschaft zuständig. Sie selbst hat Kinder im pubertierenden Alter und kennt sich aus mit den Sorgen und Nöten der Eltern. Der Leiter der Kita, Siegfried Wartenberg, gerät ins Schwärmen, wenn er von den seit Oktober letzten Jahres im Hause tätigen Sprachlotsen erzählt: „Während der kurzen Zeit gibt es schon viele Erfolge, die Sprachlotsen sehen die Sprachdefizite der Eltern, viele Mütter können seitdem Sprachkurse besuchen, weil das Betreuungsproblem ihrer Kinder dank der engen Zusammenarbeit zwischen den Sprachlotsen und der Elternschule schnell gelöst werden konnte.”

Außerdem verlaufe die Kommunikation zwischen Kita-Team und Eltern wesentlich besser, die vorher aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oft nicht möglich war. Die Stimmung in der Kita sei unheimlich gut, weil sich die Eltern untereinander seit der Einrichtung des Elterncafés viel besser verstehen würden.

Da die Kita die im Rahmen der Landesförderung NRW auf dem Weg ist, Familienzentrum zu werden, soll in Zukunft ein Integrationsgesprächskreis angeboten werden, in dem über Erziehungsthemen gesprochen wird.

Zwar läuft das Sprachlotsen-Projekt im August aus, doch Wartenberg möchte in jedem Fall für eine Verlängerung kämpfen, zumal der Bedarf eindeutig gegeben ist: „Als Familienzentrum kommen auch die Menschen aus dem Viertel zu uns und durch den Ausbau der RWTH wird der Bedarf immer bleiben.”
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