SPD will den städtischen Einfluss in Merzbrück wahren

Von: Gerald Eimer
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Soll ein Containerterminal mit Bahnanschluss nach Merzbrück? Aachens SPD hat von solchen Plänen gehört und verlangt Klarheit, bevor die dafür nötigen Grundstücke verkauft werden. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Das Gezerre um die Grundstücke am Flugplatz Merzbrück und damit auch um die weitere Entwicklung des Geländes am Autobahnkreuz Aachen geht in die nächste Runde. Seit Jahren schon will die städteregionale Gesellschaft Aachener Kreuz Merzbrück (AKM) Flächen aus städtischem Besitz aufkaufen, doch in der Stadt sind die Vorbehalte zumindest auf Seiten der Politik groß.

Am Montag machten die Aachener Genossen ihre Befürchtung öffentlich, wonach auf dem Areal an der Stadtgrenze ein großes Güterverteilzentrum mit Bahnanschluss geplant sein könnte. Aachens SPD-Chef Karl Schultheis und der Planungspolitiker Norbert Plum schließen dies aus jüngsten Äußerungen, die im regionalen Zweckverband gefallen sind. Zudem scheint sich der Kreis Düren von den Plänen zu verabschieden, auf eigenem Gelände ein solches Containerterminal zu errichten, so dass nun die Städteregion stärker in den Fokus rückt.

Der sich abzeichnende Rückzug der Dürener und das verschärfte Interesse der Städteregion an städtischen Grundstücken in Merzbrück lassen bei der SPD die Alarmglocken schrillen. „Noch ist niemand zu dem Thema vorstellig geworden“, sagt Schultheis. Doch sollten tatsächlich Planungen für ein Güterverteilzentrum in Merzbrück existieren, „dann erwarten wir ein transparentes Verfahren“.

Vor allem aber müsse die Stadt ihre Einflussmöglichkeiten auf die weiteren Planungen wahren. Und dies ginge nur, indem sie ihre Flächen in Merzbrück behält. Nicht zuletzt auf Antrag der SPD ist daher im jüngsten Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss der nichtöffentliche Punkt zurückgestellt worden, in dem der Grundstücksverkauf schon abgenickt werden sollte. Auch CDU, Grüne und Linke äußern große Bedenken gegen den Verkauf.

Warum demgegenüber die Verwaltungsspitze bereitwillig rund 264.000 Quadratmeter verkaufen will und zusätzlich eine Kaufoption für weitere 308.000 Quadratmeter aussprechen will, ist eine jener Fragen, die nun die SPD beschäftigt. „Wir hätten keinen Einfluss mehr auf die weitere Gestaltung. Das wäre ein Fehler“, warnt Norbert Plum.

Denn immerhin hätte ein Güterverteilzentrum – wenn es denn tatsächlich käme – weitreichende Auswirkungen auf den Güterverkehr auf Schienen und Straßen. „Das ist eine Infrastrukturmaßnahme von großer Bedeutung für die Stadt“, sagt Schultheis.

„Strategische Position“

Bevor jedoch nicht geklärt ist, welche Güter wohin bewegt werden sollen, wie der Schienenanschluss erfolgen soll und wieviele Güterzüge denn künftig zusätzlich durch Aachen fahren müssten, dürfe die Stadt ihre „strategische Position“ nicht aufgeben. „Wir wollen Klarheit haben“, meint Schultheis, der genau wie Plum auch den Oberbürgermeister in der Pflicht sieht.

Die fraglichen Flächen befinden sich zu 50 Prozent im Besitz des städtischen Elisabethspitalfonds, einer großen gemeinnützigen Stiftung, deren Einnahmen sozialen Zwecken zugute kommen. Der Flächenverlust in Merzbrück soll laut Verwaltung über andere Grundstücke ausgeglichen werden.

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