SPD sorgt sich um das Theater

Von: Werner Breuer
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Besorgter Blick aufs Theater: „Die neue Mehrheit muss nun Farbe bekennen”, fordert die SPD. Foto: Harald Krömer

Aachen. Kunst und Kultur seien auch in Zeiten leerer Kassen ein Muss - für dieses Bekenntnis wurde OB Marcel Philipp vor Wochen mit reichlich Beifall belohnt. Mit dem Satz, gesprochen bei der Eröffnung der Ausstellung „Hans von Aachen” - will Sibylle Reuß den Oberbürgermeister jetzt beim Wort nehmen.

„Die neue Mehrheit muss nun Farbe bekennen”, meint die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, „sonst ist das Theater nicht mehr handlungsfähig.”

Keine weiteren Zuschüsse

Die Sozialdemokraten sorgen sich um den Musentempel, weil Kämmerin Annekathrin Grehling ihm keine weiteren Zuschüsse gewähren will. Dabei schlagen die jüngsten Tariferhöhungen für die Mitarbeiter mit rund 500.000 Euro zu Buche. „Wenn die Tarifpartner einen Zuwachs vereinbaren, muss der Arbeitgeber den auch bezahlen”, findet SPD-Finanzpolitiker Claus Haase. Das gelte auch für einen Eigenbetrieb wie das Theater, von dem die Kämmerin nun Einsparungen erwartet.

Seine Mitarbeiter müssten mit den übrigen Kollegen in städtischen Diensten gleichgestellt werden, meint SPD-Chef Karl Schultheis, folglich seien die Mittel für die Tariferhöhungen bereitzustellen. Bislang war das guter Brauch, nun verlasse die Verwaltung die „Geschäftsgrundlage”.

Und damit werde mal wieder eine Debatte über die Zukunft des Theaters angezettelt, die Sibylle Reuß sauer aufstößt. „Wenn es um freiwillige Ausgaben geht, kommt immer die Kultur auf den Prüfstand.” Dabei nehme das Theater nicht zuletzt auch einen Bildungsauftrag wahr. Es leiste sehr gute Arbeit, meint Schultheis, „das Musiktheater hat sich hervorragend entwickelt.” Wenn sich Aachen als Musikstadt profilieren wolle, sei eine solche Zuschuss-Debatte nicht unbedingt förderlich. Vor dem Hintergrund der Campus-Pläne und Aachens Rolle als Oberzentrum fordert der SPD-Chef stimmige „Rahmenbedingungen” ein.

Da wäre es sicher wünschenswert, wenn auch die Nachbarn etwas für das kulturelle Angebot im Oberzentrum springen ließen. Schultheis sieht dafür allerdings wenig Spielraum. Die Kommunen der Städteregion seien ja ebenfalls stark belastet. Die würden zudem sicher auf ihr Engagement beim Grenzlandtheater verweisen, meint sein Mitstreiter Claus Haase.

Eher schauen die Sozialdemokraten da nach Düsseldorf. „Alle Theater tragenden Städte sind in finanziellen Schwierigkeiten”, weiß der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis. Etwas Förderung vom Land wäre da sehr willkommen. Der Theaterbetrieb sei nun einmal personalintensiv, erklärt Sibylle Reuß. Und Einsparmöglichkeiten müssten wohl abgewogen sein. Wenn etwa das Theater bei seinen Marketing-Aktivitäten den Rotstift ansetze, kann das nach Ansicht von Karl Schultheis „kontraproduktiv” sein.

„Das Theater sieht die wirtschaftliche Problematik”, meint Sibylle Reuß, „und es schnallt den Gürtel enger.” Im Gegenzug sollte nach Ansicht von Karl Schultheis „die neue Mehrheit ihre großen Worte einhalten” und das Geld bereitstellen.
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