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SPD: Schullandschaft muss sich verändern

Von: Alfred Stoffels
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Aachen. Die Aachener SPD weiß, dass sie ein heißes Eisen anpackt, ist aber genauso überzeugt von der Notwendigkeit des Unternehmens - die Sozialdemokraten wollen die örtliche Schullandschaft zukunftsfest machen, was in ihren Augen nicht ohne „Strukturänderungen” funktionieren kann.

Damit man sich bei Entscheidungen zu diesem überaus heiklen Thema nicht allzusehr aufs Glatteis begibt, soll zuvor ein „Fachgutachten” her, was allerdings um die 30.000 Euro kosten dürfte und bei der schwarz-grünen Ratsmehrheit bis dato auf wenig Gegenliebe trifft. SPD-Chef Karl Schultheis: Da müsse man eben Prioritäten setzen - und spricht von den teuren Folgen der geplanten archäologischen Vitrine im Elisengarten.

Was die SPD umtreibt: Bislang gebe es keine vernünftige Strategie der Stadt Aachen gegenüber solchen Erscheinungen wie demografischer Wandel oder ungleiche Chancenverteilung in der Bildungspolitik. Ratsherr Matthias Dopatka, schulpolitischer Sprecher seiner Fraktion, erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die Übergangsquoten aufs Gymnasium je nach Standort der Grundschule enorme Abweichungen aufwiesen.

Neben Schultheis und Dopatka wiesen am Freitag auch Landtagskandidatin Claudia Walther und Fraktionssprecher Claus Haase darauf hin, dass „zentrales Element” der SPD-Schulpolitik in Aachen eine Verlängerung des gemeinsamen Lernens bis zur sechsten Klasse sein werde, verbunden mit einem größeren Angebot an Gemeinschaftsschulen. Was natürlich bedeute: weniger Schulen insgesamt, hier und da eine Schließung. Dieser Debatte will man sich aber unbedingt stellen, denn: „Aus moralischen und auch Wettbewerbsgründen ist das dreigliedrige Schulsystem überholt.”

Per Gutachten soll insbesondere Klarheit bei drei Themenkomplexen geschaffen werden: Welche organisatorischen Folgen zeitigt die „Inklusion”, also der gemeinsame Unterricht für behinderte und nichtbehinderte Kinder? Wie ist ein längeres gemeinsames Lernen aller Schüler machbar? Wie kann dem Wunsch von Schülern und Eltern nach mehr Ganztagsangeboten nachgekommen werden?

„Blockadehaltung”

Noch hat die SPD nicht ganz die Hoffnung verloren, dass die Ratsmehrheit, insbesondere ihre grüne Abteilung, den Antrag fürs Gutachten doch noch unterstützt. So erinnern sich die Sozialdemokraten gerne ans vergangene Jahr, als es (mit Ausnahme der FDP) eine riesengroße Koalition gab, um eine vierte Gesamtschule auf den Weg zu bringen. Das überaus sinnreiche und von den Eltern stark nachgefragte Projekt sei erst an der „Blockadehaltung” höheren Orts gescheitert, gemeint ist der Regierungspräsident.

Laut SPD muss auch dringend darauf reagiert werden, dass es bei den Anmeldungen zur Hauptschule regelrechte Einbrüche gebe, „keine einzige Hauptschule in Aachen kann noch von einer wirklich gesicherten Zweizügigkeit ausgehen”.

Verärgert zeigte sich die SPD über die von der CDU geplante Plakataktion in Sachen Schulpolitik. Befürchtung: Ängste würden geschürt, das Klima werde vergiftet. Schultheis: „Es geht einzig um die besten Bildungsmöglichkeiten für die Kinder unserer Stadt.”
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