SPD macht sich stark für neue Arbeitsplätze in der Industrie

Von: gei
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Blick auf die Industrielandschaft Rothe Erde: Auch dort gingen in den letzten Jahren viele Arbeitsplätze verloren. Die SPD glaubt, mit einem neuen Konzept gegensteuern zu können.

Aachen. Das drohende Aus von Bombardier in Aachen und weitere Fälle von massivem Arbeitsplatzabbau in der regionalen verarbeitenden Industrie (Cinram, Dalli oder auch Ford in Genk) sind Anlass für die SPD, sich verstärkt um die „Industrieregion Aachen“ zu bemühen. Der örtliche Parteichef und Landtagsabgeordnete Karl Schultheis fordert nun ein sogenanntes integriertes industriepolitisches Handlungskonzept.

Ziel soll der Erhalt und Ausbau von Industriearbeitsplätzen sein. Zugleich müsse man sich verstärkt um die „Ansiedlung von moderner, wettbewerbsfähiger und ressourcenschonender Industrie am Standort Aachen“ kümmern.

„Die aktuellen Fälle der Gefährdung und des Abbaus von Industriearbeitsplätzen in der Region“ stellen aus Sicht von Schultheis den negativen Höhepunkt einer Entwicklung dar, „die lange Zeit als alternativloser Weg in eine moderne Dienstleistungsgesellschaft verstanden wurde“.

So sei eine geringe Quote von Beschäftigten im produzierenden Bereich sogar Merkmal einer fortschrittlichen Wirtschaftsstruktur gewesen. In der Stadt Aachen habe dieser Trend alleine in den letzten zehn Jahren zu einem Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse im verarbeitenden Gewerbe um rund fünf Prozentpunkte geführt. Rückblickend müsse man jedoch feststellen, dass die abgebauten Industriearbeitsplätze weder quantitativ noch qualitativ durch Zuwächse in anderen Wirtschaftssektoren ausgeglichen werden konnten.

„Vor diesem Hintergrund muss es unser Ziel sein, den beobachtbaren Deindustrialisierungstrend zu stoppen, umzukehren und eine moderne, wettbewerbsfähige und ressourcenschonende Reindustrialisierung in der Region zu initiieren“, teilt Schultheis in einer Pressemitteilung mit.

Per Ratsantrag will die SPD daher die Verwaltung beauftragen, ein entsprechendes Handlungskonzept zu entwickeln, in das „alle relevanten Standort- und Produktionsfaktoren aufgenommen und hinsichtlich möglicher Verbesserungspotenziale untersucht werden“. Das Handlungskonzept soll in Zusammenarbeit und Abstimmung mit „strategisch bedeutsamen Partnern“, wie der Industrie- und Handelskammer, den Aachener Hochschulen, weiteren Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Gewerkschaften ausgearbeitet werden, regt Schultheis an.

Bündel von Maßnahmen

„Beispielgebenden Charakter“ für das neue Aachener Industriekonzept könnte aus seiner Sicht der „Masterplan Industriestadt Berlin 2010-2020“ haben. Ein breites Bündnis hat sich dort auf insgesamt 34 Maßnahmen verständigt, die für ein überdurchschnittliches industrielles Wachstum in Berlin sorgen sollen.

Dazu gehören unter anderem eine Imagekampagne für die Industriestadt Berlin, die Entwicklung eines Industrieparks auf dem Flughafen Tegel, die bessere Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie und die gezielte Förderung mathematisch-naturwissenschaftlicher Kompetenz an Schulen, Hochschulen und in Betrieben.

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