Aachen - SPD fühlt sich von der Verwaltung vorgeführt

FuPa Freisteller Logo

SPD fühlt sich von der Verwaltung vorgeführt

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
komp_bu
Kriegt jetzt doch seine Bodenstrahler: Kaiser Karl im „Eäzekomp”. Foto: Harald Krömer

Aachen. Bei der SPD herrscht große Säuernis. Ende vergangenen Jahres hatte sie den Antrag gestellt, den Markt aus Sicherheits- und anderen Gründen besser zu beleuchten, doch die Verwaltung und Schwarz-Grün watschten die Sozialdemokraten ziemlich ab: viel zu teuer das Ganze und dazu noch ein Stück weit ungerecht, wenn man daran denke, wie wenig Licht es in anderen Ecken der Stadt gebe.

Doch nun stellte die SPD bei genauerem Studium einer Verwaltungsvorlage fest, dass die Stadt wohl heimlich, still und leise an genau diesem Projekt arbeitet - nur ohne den Urheber des ganzen Plans zu benennen.

„Das gehört sich nicht”, zürnte am Dienstag SPD-Ratsherr Norbert Plum, „so springt man mit dem Ideengeber nicht um, so behandelt man einen Antrag aus der Politik nicht”. Nämlich ihn zuerst in Bausch und Bogen ablehnen, um ihn sich dann zu eigen zu machen.

Weil es nachts und in den Abendstunden viel zu düster sei, hatte die SPD seinerzeit vorgeschlagen, die „Beleuchtungssituation” auf dem Markt zu überprüfen und zu verbessern, etwa durch zusätzliche Bodenleuchter. Das sei aus Gründen der Sicherheit vernünftig, lasse den historischen Platz vor dem Rathaus aber auch „gefälliger” erscheinen.

Die Verwaltung überprüfte, kam auf Investitionskosten von 68.000 Euro sowie jährliche Betriebs- und Wartungskosten von mehr als 2500 Euro und appellierte an die zuständigen Politgremien, sich die Sache aus dem Kopf zu schlagen - „in Anbetracht der Haushaltssituation und anderer vordringlicherer Aufgaben”. Die Mehrheit aus CDU und Grünen willfahrte.

„Hohes Interesse”

Am Donnerstag ziert das Thema „Es werde Licht” die Tagesordnung des Mobilitätsausschusses, und wiederum rät die Verwaltung zum Verzicht. Dazu Michael Servos, verkehrspolitischer Sprecher der SPD: „Es ist erstaunlich, dass die Verwaltung eine schrittweise Umsetzung von Verbesserungen und die Beteiligung von Sponsoren aus der Kaufmannschaft rund um den Markt nicht einmal in Erwägung zieht. Es wäre gut möglich und haushälterisch verträglich, mit einzelnen Leuchtelementen zu beginnen.”

Laut Servos gibt es bei den Geschäftsleuten „ein hohes Interesse” an besserer Ausleuchtung des Marktes und die Bereitschaft zu finanzieller Beteiligung. Es sei unverständlich, dass die Stadt dies nicht ausgelotet habe, sondern „Alles oder nichts” spiele.

Umso geplätteter war die SPD, als sie jetzt in der Verwaltungsvorlage für den Mobilitätsausschuss lesen konnte, dass die Stadt zumindest an einer teilweisen Verbesserung der Lichtverhältnisse werkelt („die Umsetzung ist in Vorbereitung”). So soll der „Eäzekomp” mit Kaiser Karl nun doch mit einem nachträglichen Einbau von Bodenstrahlern beglückt werden - genau das hatte auch die SPD gefordert und in ihrem Konzept stehen.

Plum: „Die Verwaltung erweckt den Eindruck, als habe das Ganze mit unserem Antrag rein gar nichts zu tun. Es ist seltsam, dass sie die Alleinurheberschaft beansprucht.”

Sogar über „sinnvolle Ergänzungen” hat sich die Verwaltung inzwischen Gedanken gemacht, nach Abstimmung mit der Stawag: Genannt werden „ca. zehn Beleuchtungselemente für den gesamten Platzbereich und zusätzlicher Einbau von Bodenstrahlern für die neun Bäume auf dem Markt.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert