SPD findet Münzwerbung mit dem Logo der Stadt inakzeptabel

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Mit scharfen Worten kritisiert nun auch die SPD die Werbung von Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) für eine Gedenkmedaille zum Karlsjahr. „Das geht so gar nicht“, erklären die beiden Ratsvertreter Rosa Höller-Radtke und Norbert Plum in einer am Dienstag versandten Presseerklärung.

In seiner offiziellen Funktion als Stadtoberhaupt dürfe Philipp ihrer Ansicht nach nicht mit dem Logo der Stadt für ein kommerzielles Produkt eines Münzversandhändlers Werbung machen. Den Fall haben die „Nachrichten“ am Dienstag publik gemacht, nachdem bereits mehrere Leser ihr Befremden über einen Werbebrief geäußert haben, in dem Philipp gemeinsam mit dem Leiter der Münze Berlin die Silbermünzezum Preis von zehn Euro anpreist. Versandt wird das Werbeschreiben in einem Umschlag mit dem offiziellen Logo der Stadt. Für Bürger sei dieses Logo der „Inbegriff von Seroisität und Vertrauenswürdigkeit“, schreibt die SPD. Damit dürfe nicht für ein Produkt geworben werden, „mit dem andere Geld verdienen wollen“.

Der objektive Wert der Karlsmedaille gehe „mutmaßlich kaum über den Wert eines subjektiven Andenkens hinaus“, meinen Plum und Höller-Radtke. Sie wollen daher insbesondere drei Punkte klären: So müsse vorrangig die „juristisch nicht akzeptable Verknüpfung von Werbung und städtischem Logo für weitere geplante Mailingaktionen des Versandhändlers gestoppt“ werden.

Zu leichtgläubig?

Zweitens müsse schnell aufgearbeitet werden, wie es überhaupt zur Verwendung des Logos kam: „Waren OB und Verwaltung zu leichtgläubig und/oder haben sie keine ausreichenden Absprachen mit dem Unternehmen getroffen?“ Und drittens erwartet die SPD, dass die Verwaltung „sehr genau hinschaut“, ob Bürgern bei einer Bestellung der Karlsmünze nicht noch „weitere unliebsame Überraschungen“ drohen – etwa ungewollte Zusatzbestellungen. Denn auch diese Option soll es bei Internetbestellungen geben.

Geklärt werden müsse schließlich auch, ob es „naiv“ war, auf die Kooperation mit dem Versandhändler MDM einzugehen. Es gebe schließlich nicht nur „juristische Grenzen“, sondern auch „Grenzen politischer Klugheit“, die ein Oberbürgermeister beachten sollte, meinen die SPD-Ratsleute.

Auch die Stadtverwaltung hat inzwischen erklärt, dass sie sich von dem Versandhändler hinters Licht geführt fühlt, weil das städtische Logo nicht hätte auf dem Briefumschlag verwendet werden dürfen. Die weitere Zusammenarbeit werde daher infrage gestellt.

Insgesamt sollten 70.000 Briefe in der Region mit einer Kaufempfehlung für die Karlsmedaille versandt werden, 200.000 weitere Briefe sollen bundesweit Sammler zum Kauf animieren. Die Presse- und Marketingabteilung der Stadt befürwortete die Aktion, weil damit unter anderem auch auf die großen Aachener Ausstellungen zum Karlsjahr aufmerksam gemacht werden könne. Zudem sollen zwei Euro vom Kaufpreis jeder Münze an den Rathausverein überwiesen, der sich um den Erhalt des sanierungsbedürftigen Bauwerks kümmert.

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