SPD beantragt Laptop für jedes Ratsmitglied

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Der SPD-Ratsherr Michael Servos ist Diplom-Mathematiker und damit natürlich interessiert an Spitzentechnologien im Bereich des Informationsaustausches.

So will Servos jetzt gemeinsam mit Fraktionspressesprecher der SPD, Claus Haase, ernst machen mit dem Vorhaben, die Mitglieder des Stadtrates aus der infotechnologischen Steinzeit in die elektronische Zukunft zu befördern.

„Wir wollen mit unsere Anträgen erreichen, dass jedes Ratsmitglied mit wenig oder gar keinem Papier auskommt”, ist der Plan der SPD-Männer. So stellten Servos und Haase den Ratsantrag vor, nach dem in Aachen der Geschäftsbetrieb zwischen Ratsmitgliedern und Verwaltung ohne Papier und nur noch elektronisch vonstatten gehen soll. Dazu soll jede Ratsfrau und jeder Ratsherr einen Laptop bekommen, der im neuen Ratssaal mit seiner flammneuen technologischen Ausstattung angeschlossen werden können. Die Stadt Erfurt mache bereits vor, wie das gehen kann.

„Dann ist man sofort im elektronischen Ratsinformationssystem und braucht nicht mehr in den dicken Papierunterlagen zu wälzen”, preist Haase die Vorteile, man brauche nur eine funktionierende „Netzwerkumgebung” zu schaffen. Dazu soll jeder einen E-Mail-Account bekommen, so dass untereinander Nachrichten verschickt werden können. Das ganze bedruckte Papier könne man sich sparen, meinen beide Neuerer und wissen zugleich, dass sie damit bei „Gewohnheitstieren” auf Widerstand stoßen. Haase: „Es sind welche da, auch besonders in meinem fortgeschrittenen Alter, die das nicht wollen. Es hat aber nur Vorteile.”

Zusätzlich fordert die SPD die Stadt in einem zweiten Schritt auf, sogenannte Open-Source-Software einzuführen und damit alle Computer auszurüsten, also auch die künftigen Laptops. Der Umstieg von rein kommerzieller Software auf die frei zugängliche und kostenfreie Software aus dem Netz sei etwa in der Stadt München bereits gelungen.

Auch der Bundestag arbeite mit den Systemen, die aus Nutzer-Netzwerken im Internet entstanden sind und zu erstaunlicher Reife entwickelt wurden. „Das Linux-Betriebssystem etwa”, erläutert Haase, „ist inzwischen völlig benutzerfreundlich.” Servos unterstreicht, dass auch Parlamentsverwaltungen wie die der französischen Nationalversammlung mit den Programmen arbeiten.

„Mit Ton und ohne Bild”

Doch nicht genug technische Revolution im Rat: Seine öffentlichen Sitzungen sollen, so der dritte Antrag in dieser Reihe, im Sinne größerer Bürgerfreundlichkeit als Audiopodcast zu erhalten sein und die Sitzung soll gleichzeitig live „mit Ton und ohne Bild” auf die Internetseite der Stadt übertragen werden und damit in Echtzeit verfügbar sein.

Außerdem verlangen die Sozialdemokraten verschiedene Prüfaufträge der Verwaltung, die auf die Einführung des stadtweiten W-LAN-Verbundnetzes (kabellosen Netzwerks) abzielen. Selbst Ampelmasten sollen auf ihre Tauglichkeit geprüft werden.

Die Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen für das flächendeckende Netz zum drahtlosen Internetempfang ist bereits beschlossene Sache, die RWTH bietet schon diverse Hotspots in ihrem Bereich an. Später könne ein mobiles City-Netz, so die Zukunftsmusik, beispielsweise Touristen in einer GPS-gesteuerten Tour durch die Sehenswürdigkeiten der Kaiserpfalz führen, erklärt Claus Haase.
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