Aachen - Spaziergängerin stößt auf brisanten Fund

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Spaziergängerin stößt auf brisanten Fund

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Einen brisanten Fund hat in den letzten Tagen eine Spaziergängerin im Aachener Wald gemacht, nicht weit vom Ausflugslokal Entenpfuhl entfernt: eine deutsche Panzergranate aus dem Zweiten Weltkrieg.

Vor diesen 8,8 Zentimetern großen Sprengkörpern haben selbst Feuerwerker großen Respekt, weil sie über einen infernalischen Auslöser verfügt, ein sogenanntes vorgespanntes Zündsystem. Fritz Pütz vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf: „Keiner weiß genau, was drinnen vorgeht.“ So könne man derartige Blindgänger nur an Ort und Stelle sprengen, ohne sie zu bewegen. „Die Dinger sind gefährlich.“

Deshalb wurde der Fundort in der Nähe der Hütte am Osterweg/Siebenwege gegen 9.45 Uhr im Radius von etwa 200 Metern abgesperrt, um die Panzergranate vor Ort gezielt zu sprengen. Dafür befestigte der Feuerwerker eine Zerstörladung an dem Sprengkörper. Neben drei Mitarbeitern des Kampfmittelbeseitigungsdienstes waren neun Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie der Koordinierungsstelle für Kampfmittel der Bauverwaltung der Stadt Aachen zur Absperrung der naheliegenden Wanderwege eingesetzt. Die gesamte Aktion wurde – bis auf einen dumpfen Knall durch die Sprengung – weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit innerhalb einer halben Stunde abgeschlossen.

Die Stadt Aachen weist darauf hin, dass immer noch Kriegswaffen und Munition aus beiden Weltkriegen im Boden vorhanden sind. Hierzu zählen nicht nur Bombenblindgänger, sondern auch beispielsweise Gewehrpatronen und Granaten. Gerade aber Gewehrpatronen und Granaten treten nicht nur im Rahmen von Erd- und Bauarbeiten auf. Auch Spaziergänger, Hundebesitzer, Pilzsammler und spielende Kinder werden abseits von Wegen und Straßen, vor allem im damals umkämpften Stadtwald, gelegentlich fündig. Zunehmend haben auch illegale Militariasammler die Bombenabwurf- und Kampfgebiete des Zweiten Weltkrieges in Aachen bei ihren Streifzügen ins Visier genommen.

Gefährliche Situationen entstehen in der Regel nur dann, wenn diese Kampfmittel bewegt oder in die Hand genommen werden. Hierdurch können im Inneren Zündmechanismen ausgelöst werden. Auch bereits detonierte Kampfmittel können noch nach Jahrzehnten Reste von Brand- oder Reizstoffen enthalten. Bei einem Fund sind daher unbedingt folgende Regeln zu beachten: Kampfmittel niemals anfassen oder bewegen, Fundstelle merken beziehungsweise markieren und die Polizei oder das Ordnungsamt informieren. Diese leiten die dann die notwendigen weiteren Schritte ein.

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