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Sparpolitik trifft den City-Service

Von: Heiner Hautermans und Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Kürzungen des Bundes bei den Mitteln für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen betreffen auch den City-Service.

Dies hat Befremden in der Bezirksvertretung Eilendorf ausgelöst, die die beiden Anfang Mai abgezogenen Mitarbeiter des City-Services wieder zurück in ihrem Stadtbezirk haben will. Ob diesem Wunsch Folge geleistet werden kann, ist derzeit noch unklar.

Zwar sind die 900 Millionen Euro, die bis Ende April im Bundeshaushalt gesperrt waren, inzwischen freigegeben, wieviel davon für welche Zwecke bei der Aachener Arge ankommt, ist nach Auskunft von deren Geschäftsführer Stefan Graaf noch nicht abzusehen: „Man hat überall abgespeckt. Wir müssen rechnen, wofür wir noch Geld haben.” Im aktuellen Haushalt der Arge fehlen zwei Millionen Euro, Graaf fürchtet, dass es im nächsten Jahr noch mehr werden.

Aus Berlin ist nämlich die Ankündigung gekommen, dass die sogenannten Haushaltsverpflichtungsermächtigungen, über die längerfristige Programme finanziert werden, von 22 auf 12 Millionen gekürzt werden sollen, mithin der Bund „enorm den Rotstift ansetzt”. Und das führe eben zu Einschnitten, etwa im Sozialkaufhaus in Stolberg oder der Radstation am Hauptbahnhof. Und eben beim City-Service, der vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde und für Sicherheit, Ordnung und mehr Service sorgen sollte. Nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in den Bezirken.

In der Spitze waren es 37 Männer und Frauen, die in Aachen ihre Runden zogen, Missstände auf Spielplätzen oder in Grünanlagen aufnahmen und den Bürgern ein Gefühl von Sicherheit gaben. Es handelt sich um Arbeitsgelegenheiten (bekannter als Ein-Euro-Jobs), die beim Sozialwerk Aachener Christen angesiedelt sind. Durch das Auslaufen von Stellen und weniger Fördermittel ist die Zahl inzwischen auf 22 Mitarbeiter zurückgegangen, so dass das Zwei-Mann-Team aus Eilendorf vom zuständigen Fachbereich Wirtschaftsförderung abgezogen wurde. Das will man in dem Stadtbezirk nicht hinnehmen.

Daher hat die Eilendorfer CDU einen Antrag an die Bezirksvertretung gerichtet, mit dem Ziel, die Mitarbeiter des City-Services im Bezirk zu halten. Die Begründung: Die Arbeit des City-Services habe sehr gute Ergebnisse erzielt. Der Service, der überall in Eilendorf nach dem Rechten sehe, habe in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz. Diese Sichtweise konnte Bezirksamtsleiter Wolfgang Ziemons untermauern, der anhand der Wochenberichte aus den letzten zwei Jahren nachwies, dass es buchstäblich Tausende von Kontakten gegeben habe.

Erste Anfragen gibt es auch aus anderen Stadtbezirken, denn in Laurensberg, Richterich, Kornelimünster, Brand, Walheim und Haaren/Verlautenheide ist der City-Service ebenfalls unterwegs.

Eher in Außenbezirken

Stadt, Arge und Sozialwerk werden nun alles daran setzen, dass zumindest die jetzige Zahl von 22 Mitarbeitern gehalten werden kann. Die Stadtverwaltung ist derzeit dabei abzustimmen, wo sie künftig eingesetzt werden. Dabei gibt es eine Tendenz, die Außenbezirke zu bevorzugen, weil dort die Rückmeldungen aus der Bevölkerung gut seien. Stadtsprecher Hans Poth: „In der Innenstadt ist die Resonanz nicht so positiv.”
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