Sparkasse schnappt sich „die Bundesbank”

Von: Achim Kaiser
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Anfang Oktober wechseln die Be
Anfang Oktober wechseln die Besitzer: Die Sparkasse hat das Gebäude der Landeszentralbank samt 4800 Quadratmeter großem Grundstück an der Römerstraße gekauft. Die dort untergebrachte Filiale der Bundesbank schließt am 30. September ihre Pforten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Man gönnt sich ja sonst nichts. Und deshalb verkündete Hubert Herpers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, während der Bilanzpressekonferenz mit spitzbübischem Lächeln: „Wir haben uns etwas Besonderes geleistet: Wir haben uns die Bundesbank gekauft.”

Schön wärs vielleicht, aber Herpers meinte natürlich das große Gebäude der Landeszentralbank (LZB) an der Römerstraße. Bekanntlich schließt die Bundesbank zum 30. September dieses Jahres ihre dort untergebrachte Niederlassung.

Seit 2003 ist die Sparkasse bereits Mieterin in dem gigantischen Betonkomplex und nutzt dort den riesigen begehbaren Safe. Täglich wird dorthin das Bargeld transportiert. Denn sowohl in den zentralen Standorten Münsterplatz und Friedrich-Wilhelm-Platz verfügt die Sparkasse über keine Hauptkassen mehr.

Mietwohnungen

Die großen Tresorräume in der LZB sind ähnlich abgeschirmt wie „Fort Knox” - dank unvorstellbar dicken Mauern und modernster Überwachungselektronik. Der Clou: Per Aufzug werden täglich die Bargeldreserven in den Mammut-Safe hinabgelassen. Sparkassen-Vorstandschef ist jedenfalls restlos begeistert: „Für uns gab es nur eines: Wir mussten das Ding haben.”

Im Rahmen des von der Bundesbank ausgeschriebenen Bieterverfahrens erhielt die Sparkasse den Zuschlag für das 4800 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude. „2,9 Millionen Euro sollte es kosten, wir haben es für 2,8 Millionen erhalten und sind zufrieden”, sagte Herpers. Zum Teil will das Aachener Kreditinstitut die Gewerbeflächen selbst nutzen, die oberste Etage will es samt Wohnungen auch künftig vermieten.

Damit wird das künftige Sparkassengebäude der dritte zentrale Standort, allerdings ohne Filiale. Denn nur wenige Meter von der Normaluhr entfernt, in der Zollernstraße, eröffnet die Sparkasse im April eine neue Filiale. Aus Platzgründen wird dann die Außenstelle in der Oppenhoffallee geschlossen, der Umzug verzögert sich bis April wegen der Baustelle im Bereich Zollernstraße.

Traurige Berühmtheit erlangte die LZB an der Römerstraße im Dezember 1999. Am 20. Dezember hatte sich ein schwer bewaffneter Geiselnehmer mit einem gekaperten Geldtransporter und drei Personen an Bord in der Tiefgarage der LZB verschanzt, das Umfeld wurde systematisch abgeriegelt, ein rund 50-stündiger Nervenkrieg begann. Hunderte Polizisten und Sondereinsatzkommandos aus der gesamten Republik waren im Einsatz, Aachen stand im Mittelpunkt der nationalen Berichterstattung. Am 22. Dezember um 10.48 Uhr wurde der Geiselnehmer durch einen „finalen Rettungsschuss” getötet, die Geiseln überlebten teils schwer verletzt.
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