Aachen - Sozialwerk Aachener Christen: Rote Zahlen

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Sozialwerk Aachener Christen: Rote Zahlen

Von: Georg Dünnwald
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In der Küche des Rosbistros w
In der Küche des Rosbistros wird für die Mitarbeiter gekocht, auch Kindergärten und Schulen profitieren von den Kochkünsten der Mitarbeiter, die Chancen als Beiköche in anderen Restaurants haben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Wer Arbeiten will, der kriegt auch Arbeit.” Dr. Toni Jansen, der Gründer des vor 30 Jahren aus der Taufe gehobenen „Sozialwerks Aachener Christen” macht dieser sattsam bekannte Satz sauer: „Der ist einfach falsch.”

Schon gut ausgebildete Menschen hätten Probleme, sofort einen neuen Arbeitsplatz zu finden, aber Leuten, die den Anforderungen des regulären Arbeitsmarktes nicht genügen würden, sei dieser Satz geradezu Hohn.

Das Sozialwerk Aachener Christen legte jetzt seinen Sozialbericht 2011 vor. „Als Bilanz unserer Arbeit”, wie der katholische Priester begründet. Und auch als Ausblick auf die Herausforderungen der nächsten Zeit. Denn die Arbeit der im Sozialbereich engagierten Vereine und Stiftungen ist wesentlich schwieriger geworden. Schuld daran ist eindeutig die Bundesregierung, die zum 31. März vergangenen Jahres fast alle Ein-Euro-Jobs auslaufen ließ, die einfach kein Geld für Arbeitsgelegenheiten mehr fließen ließ. „Andere Träger haben mit der Einstellung oft guter Projekte reagiert”, sagt Jansen. Das Sozialwerk aber habe bewusst auf Entlassungen von Mitarbeitern verzichtet.

Allerdings: Wegen der Umstrukturierung des Sozialwerks habe es im vergangenen Jahr nicht kostendeckend gearbeitet, auch für dieses Jahr sei ein Manko vorhersehbar. „Die Crux ist”, bemerkt Dieter Genten, der Geschäftsführer des Sozialwerks, „das nirgendwo dort, wo Ein-Euro-Jobber eingesetzt werden, Geld verdient werden darf. Die müssten wir im Sandkasten spielen lassen”, behauptet er. Dabei hätten sich gerade die Ein-Euro-Arbeitsgelegenheiten bewährt. „Die Betroffenen bekamen nicht nur etwas mehr Geld, sie konnten sich auch wieder in den Arbeitsprozess eingliedern, auch wenn sie selten in der Lage waren oder sind, das volle Programm einer 39-Stunden-Woche durchzuhalten”, erklärt Genten. Jansen ergänzt: „Unsere Klientel ist wenig qualifiziert, was den beruflichen Werdegang angeht. Aber gesellschaftlich wird man nun einmal nur dann akzeptiert, wenn man arbeitet.” Deshalb habe sich das Sozialwerk Aachener Christen auch auf die „wenig Qualifizierten” und Menschen mit sogenannten Vermittlungshemmnissen.

Vier Schwerpunkte

In der Städteregion waren 2011 am Ende des Jahres 23 018 Menschen arbeitslos registriert. Der Anteil junger Menschen betrug 8,5 Prozent, das sind 1962 Frauen und Männer bis 25 Jahre. Und gerade denen versucht das Sozialwerk zu helfen. Es hat seine Arbeit in vier Schwerpunktbereiche eingeteilt, der Jugendberufshilfe, der Qualifizierung, der Beschäftigung und der Lebenshilfe. Gut ein Viertel des Jahresumsatzes würden die Zweckbetriebe erwirtschaften. Diese Zweckbetriebe sind gemeinnützige Gesellschaften, nämlich das Pausenrestaurant „Mahlzeit” in der Borchersstraße, das Rosbistro in der Rosstraße, dem Stammsitz des Sozialwerks und dem mobilen sozialen Dienst „Senioritas”. Senioritas besorgt den Haushalt für Senioren, die nicht mehr so können wie sie wollen, im Rosbistro wird für die Mitarbeiter des Sozialwerks gekocht, aber auch für Kindergärten und offene Ganztagsschulen.

Hauptauftraggeber aber seien, so Genten, immer noch die Agentur für Arbeit und das Jobcenter der Städteregion. einige Maßnahmen allerdings seien auf die Unterstützung von Spendern angewiesen.

Pfarrer Jansen sagt: „Neben Jugendlichen und jungen Erwachsenen betreuen wir auch Menschen aller Arbeitsgruppen, die keine abgeschlossene Ausbildung haben.” Die Mitarbeiter des Sozialwerks seien dauerhaft beschäftigt, wobei eine ständige Weiterbildung garantiert sei.

„Leider”, bedauert Genten, „haben wir nicht nur Erfolge aufzuweisen. 64 Teilnehmer brachen letztes Jahr ihre Maßnahme ab, 13 Jugendliche haben keinen Ausbildungsplatz bekommen.” Aber: Rund 3400 Menschen sind im vergangenen Jahr durch das Sozialwerk begleitet worden.
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