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„Soziale Stadt” geht an den Start: 13 Millionen Euro für zehn Jahre

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Der Rehmplatz soll 2010 bereits zum Schmuckkasten werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Jetzt ist es offiziell verkündet: Der nördliche Teil der Kernstadt, das Gebiet also ab dem Alleenring beidseitig der Jülicher Straße bis zum Ortseingang Haaren, wird in den kommenden zehn Jahren mit 13 Millionen Euro aus dem NRW-Fonds „Soziale Stadt” aufgewertet.

Das Areal der innerstädtischen „Nordlichter” umfasst 300 Hektar und beherbergt etwa 15.000 Einwohner. OB Marcel Philipp stellte am Donnerstagabend mit Baudezernentin Gisela Nacken, Co-Dezernent Manfred Sicking und weiteren vier Mitarbeitern das riesige Vorhaben in den Räumen der Offenen Tür (OT) Talstraße vor.

Die steht seit langem im Zentrum der Erneuerungsabsichten in einem Viertel, das durch alte Industriestandorte an der Jülicher Straße und am ehemaligen Schlachthof, durch urbane Strukturen, durch Kleingewerbe im Rehmviertel und sogar durch beinahe noch idyllische Wiesenlandschaften nahe der Wurm geprägt ist.

Die Maßnahmen für Nord müssen jetzt schnellstens erarbeitet werden, dafür gibt es eine Lenkungsgruppe nach dem positiven Beispiel von Aachen-Ost. Etwa 150 Ideen sollen bereits aufgelistet sein, darunter auch die Projekte Trendsporthalle und Lehrküche in der OT Talstraße.

Auch wird es - wie in Aachen-Ost seinerzeit - ein Stadtteilbüro geben, das aktuell den Diskussionsprozess betreut und weitergibt. Sogar ein Express-Verfügungsfonds ist angesiedelt, aus dem Maßnahmen und Ideen relativ unbürokratisch bis zu einer Höhe von 10000 Euro finanziert werden sollen. Für den Sitz des Stadtteilbüros ist das alte Straßenbahndepot mit der OT Talstraße, das völlig saniert werden soll, gut im Rennen. Ein anderer denkbarer Standort könnte nahe dem Bereich Alter Schlachthof (siehe Grafik) liegen.

Auf der Rangliste oben

Am Schlachthof sieht OB Philipp ein „Kreativzentrum” wachsen. Bis jetzt seien bereits 70 Prozent der Gebäudeflächen dort vermarktet. Um den Standort nochmals zusätzlich aufzuwerten, soll das Künstler-Atelierhaus (es wird dem Campus weichen müssen) aus der Süsterfeldstraße dorthin ziehen. Zusätzlich will man die Bogenhalle für „stilvolle und ausgefallene Events” herrichten, am Schlachthof sollen sich verstärkt sogenannte Kreativunternehmer, Künstler und Werbemenschen sammeln. Hierzu passe jetzt bereits der Garten des Ludwig Forums, der zu einem „Künstler-Wissens-Spielplatz” mutiert sei, so die Verwaltung.

Demografisch ist das Viertel gekennzeichnet durch einen ähnlich hohen Migrantenanteil wie das Ostviertel. Dort ist es inzwischen gelungen, das Viertel neben dem Adalbertsteinweg bunter, lebendiger und zukunftsorientierter zu gestalten. So will die Verwaltung mit der Bürgerschaft die Problemzonen in Nord aufarbeiten, was die IG-Vertreterin des „Aachener Portals”, Cornelia Schlebusch, begrüßte.

Weitere Maßnahmen zielen auf die Eingangssituationen der Stadt ab: Blücher- und Europaplatz. Aber auch auf die „Wiederbelebung” des Rehmplatzes zwischen Rudolf- und Ottostraße. Der „zentrale Schmuckplatz” rangiert in der Handlungshierarchie ganz oben, mit seiner Auffrischung könnte bereits 2010 begonnen werden.

Ebenfalls relativ flott kann es mit der Aufwertung des Schulhofs der Martin-Luther-King-Schule im „Viertel zwischen Wurm und Jülicher Straße” im hinteren Bereich der Talbotstraße gehen.

Im ruhigen Bereich

Hier im ruhigen Bereich entlang der Jülicher Straße befindet sich eine große Zahl von Wohnungen in wenig erfreulichem Zustand. Die städtischen Wohnbaugesellschaft Gewoge steigt im gesamten Quartier mit rund 18,5 Millionen Euro ein, um diesen Hausbestand zu sanieren. Doch gleichermaßen, so fordert Dieter Begaß (Verwaltung), sollen private Wohnungs- und Hausbesitzer, hier auch insbesondere im kleinteiligen Rehm-viertel, zur Haussanierung animiert werden.

Das Quartiersmanagement kann kleine Nachbarschaftsprojekte aus dem Verfügungsfonds finanzieren, ganz wichtig für OB und Baudezernentin: „Wir haben in Ost damit gute Erfahrungen gemacht.”
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