Sozialdemokraten wollen den Bushof „verschieben”

Von: Werner Breuer
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Haltestellen statt Autoverkehr
Haltestellen statt Autoverkehr: Die SPD hat große Pläne für einen Teil der Peterstraße. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Geister scheiden sich vielleicht an anderen Punkten, in Sachen Bushof sind sich die politischen Lager weitgehend einig: Schön ist anders.

Ein städtebauliches Glanzlicht sei der wuchtige Bau an der Peterstraße sicher nicht, meint SPD-Ratsherr Claus Haase. Er hat „Unmut über alle Fraktionsgrenzen hinweg” ausgemacht. „Alle sind sich einig, dass sich etwas tun muss.”

Nun könnte sich vielleicht etwas tun. Es gilt als offenes Geheminis, dass einer der beiden Besitzer der Immobilie - der andere ist die Stadt - seinen Anteil verkaufen will. Bevor aber ein neuer Investor den alten Kasten richtig aufbrezeln könnte (von einer Markthalle ist immer wieder mal die Rede), müssten die Busse ausquartiert werden. „Verschieben”, schlägt die SPD vor. In einem Ratsantrag propagiert sie die Verlagerung der Haltestellen in den umliegenden Straßenraum.

Dabei schwebt den Sozialdemokraten ein Knotenpunkt auf der Peterstraße zwischen den Einmündungen Blondelstraße/Kurhausstraße und Ursulinerstraße vor. Der Bushof sei als Umsteigepunkt eben wichtig, erklärt Michael Servos, der mobilitätspolitische Sprecher der SPD-Fraktion.Ein solcher Knoten, an dem die Fahrgäste von einer Linie zur andern wechseln könnten, ließe sich nicht einfach in eine andere Ecke der Stadt verlagern. Das würde die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs massiv einschränken, heißt es im Ratsantrag der SPD-Fraktion.

Die Sozialdemokraten wollen den Knotenpunkt deshalb auch nur ein kleines Stückchen verschieben, damit die Buslinien auf den gewohnten Wegen bleiben. Den Abschnitt zwischen Bushof und Elisenbrunnen haben sie deshalb ins Visier genommen, weil nach Einschätzung von Servos der Verkehr auf diesem Teil der Peterstraße „massiv ruhiger” werden dürfte. Dem Vernehmen nach wolle nämlich der Investor der geplanten Beletage am Büchel auf Kurzzeitparkplätze verzichten. Damit könnte dann der Verkehr durch Buchkremerstraße und Büchel „nahezu vollständig unterbunden werden”, schreibt die SPD-Fraktion in ihrem Ratsantrag.

Und weil dann auf der Peterstraße zwischen Bushof und Elisenbrunnen keine Autos mehr fahren würden, sondern nur noch Busse, Taxen und Lieferverkehr, sei in diesem Abschnitt eine „Umsteigezone” denkbar. Damit würden die bisherigen Knotenpunkte Bushof und Elisenbrunnen entlastet, meint die SPD. Ihnen schwebt eine „Fusion” der beiden Haptepunkte vor, eventuell mit einer Mittelinsel in der Peterstraße. Ob der Platz dafür reicht, sollte die Verwaltung einmal prüfen.

Und auch die Aseag müsste überlegen, wie ein solcher Vorschlag in ihren Netzplan passt. Servos sorgt sich da um den „Komfort der Umsteigesituation”: Wenn die Fahrgäste von eim Bus zum anderen lange Wege zurücklegen müsste, sei schließlich auch nichts gewonnen. Sollte es aber gelingen, wäre nach Ansicht der Sozialdemokraten viel gewonnen. Der Elisenbrunnen könnte „autofreier gestaltet” werden und für den alten Bushof wäre ein höherwertige Nutzung” möglich.

An eine Markthalle will Haase zwar nicht recht glauben, aber immerhin gebe es diverse andere Möglichkeiten, wenn die alten Bushaltestellen in der Halle zwischen Peterstraße und Couvenstraße nicht mehr gebraucht würden. Auch die Einfahrt ins dortige Parkhaus ließe sich dann vielleicht anders organisieren als umständlich durch die Alexanderstraße.

Klar ist für die SPD aber, dass der Autoverkehr weiter am Bushof vorbei über die Kurhausstraße zum Seilgraben fließen soll. „Der Grabenring muss als Verkehrsachse erhalten bleiben”, so Servos.
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