Sorgen im Freiwilligen-Zentrum

Von: Nina Krüsmann
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Förderkreis und Beschäftigte blicken besorgt in die Zukunft: Peter Reusch, Marianne Genenger-Stricker, Andrea Trebschuh und Ralf Bruders (von links). Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Sei es in der Kinder- und in der Seniorenarbeit oder im kulturellen Bereich: Das Freiwilligen-Zentrum (FWZ) Aachen des Regionalen Caritasverbandes bietet Menschen, die sich für ein freiwilliges Engagement interessieren, die Möglichkeit, passende Aufgabenstellungen zu finden. „Wir blicken auf eine erfolgreiche zehnjährige Arbeit zurück”, sagt Leiterin Kathrin Michels.

Doch die Zukunft ist ungewiss: Die angespannte Haushaltslage der Stadt Aachen bedeutet für das Zentrum - vorbehaltlich der Zustimmung des Rates - eine Kürzung von 50 Prozent, wie die Mitarbeiter jetzt erfahren haben. „Diese Minderung werden wir in absehbarer Zeit nicht über Spenden oder alternative Zuschüsse ausgleichen können”, beklagt Ralf Bruders vom Referat Ehrenamt/Familie und Migration. Wenn man das Angebot nun reduzieren müsse, werde die Stadt bedeutend ärmer.

„Der Zug ist hier einfach an uns vorbeigefahren”, bekundet der Referatsleiter weiter seinen Unmut. Bereits zuvor hatte man nur eine halbe Stelle für Diplom-Sozialpädagogin Kathrin Michels finanzieren können, die sich jetzt auf eine Viertelstelle reduziert. „Wir wissen momentan nicht, wie wir das alles mit einem Umfang von nur zehn Wochenstunden weiterhin bewältigen sollen”, ist Bruders ratlos.

Die Kürzung führe unweigerlich zu Einbußen in der Qualität. „Der Bedarf und die Bereitschaft zu bürgerlichem Engagement wachsen derzeit. Die Kürzung steht in totalem Widerspruch zu dieser Entwicklung”, monieren die Mitarbeiter, die jetzt noch einmal das Gespräch mit dem Oberbürgermeister suchen wollen.

„Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu der deutlich gestiegenen Inanspruchnahme unserer Dienstleistungen und dem immer stärker werden Ruf nach bürgerschaftlichem Engagement in unserer Gesellschaft”, sagt auch Dr. Marianne Genenger-Stricker vom Förderkreis des FWZ.

Der Rückzug aus der Förderung des FWZ und der gleichzeitige Verweis auf das neu eingerichtete Büro für bürgerschaftliches Engagement der Stadt Aachen rufe Protest hervor.

„Hier wird leichtfertig ein funktionierendes Angebot für alle Bürger abgebaut, die Schraube ist überdreht”, sagt Bruders. „Beratung und Begleitung von Ehrenamtlern, gerade in der Kinder- und Jugendarbeit, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. In die Organisation des Ehrenamtes muss man investieren, denn hier geht es um Menschen und das Wohl der Gesellschaft”, betont Genenger-Stricker.

Man habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es zu einem Einsehen kommt. Informationen zum Freiwilligen-Zentrum Aachen in der Scheibenstraße 16 gibt es unter Tel. 0241/94927-0.
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