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Sonntagsöffnung: Einzelhändler haben neue Liste schon in Arbeit

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
Verkaufsoffener Sonntag in Aac
Verkaufsoffener Sonntag in Aachen - das verspricht in aller Regel Gedränge in den Fußgängerzonen. Auch im nächsten Jahr soll es wieder vier Einkaufssonntage in der Innenstadt und einige weitere in den Stadtbezirken geben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der nächste Streit um die verkaufsoffenen Sonntage kommt in Aachen so sicher wie das Weihnachtsfest. Daran wird auch das von der rot-grünen Landesregierung geplante neue Ladenöffnungsgesetz nichts ändern.

Zufrieden zeigt sich allerdings schon jetzt der Aachener Einzelhandelsverband, der entgegen seiner ursprünglichen Befürchtungen von seiner bisherigen Linie kaum abweichen muss und für nächstes Jahr alles in allem 13 verkaufsoffene Sonntage einplanen kann - davon allerdings jeweils höchstens vier in der Innenstadt und den einzelnen Stadtteilen.

„In Aachen kommt das hin”, sagt Manfred Piana, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands, der derzeit die neue Sonntags-Wunschliste der Einzelhändler erarbeitet. Nachdem das Kabinett in der vergangenen Woche Klarheit geschaffen hat, soll die Liste in der kommenden Woche den Politikern zur Vorabstimmung vorgelegt werden.

In den letzten Jahren hatte der Aachener Handel in der Regel nicht mehr als zwölf offene Sonntage beantragt: Vier in der Innenstadt, alle anderen verteilt auf die Bezirke. „Damit auch die kleineren Stadtteilzentren konkurrenzfähig bleiben”, so Piana.

Er zeigt sich erleichtert, dass Rot-Grün im Land nun doch keine strengeren Eingriffe bei den Ladenöffnungszeiten plant. „Das pendelt sich auch so ein”, sagt er, „der Handel öffnet nur dann, wenn es die Kunden wollen und es sich wirtschaftlich trägt.”

Scharfe Kritik

Die deutlichste Kritik kommt hingegen schon jetzt von den Linken, die im Verbund mit Gewerkschaften und Kirchen seit Jahren zu den schärfsten Gegnern verkaufsoffener Sonntage gehören.

Von der Ankündigung, den Sonntagsschutz für die Beschäftigten im Einzelhandel wieder auszubauen, sei nichts übrig geblieben, beklagen die Aachener Linken. „Die Verantwortung liegt also auch weiterhin in den Händen der Ratsvertreter”, teilt die Fraktion mit, die ihre Ratskollegen zugleich auffordert, den Sonntagsschutz „über das wirtschaftliche Umsatzinteresse des Handels zu stellen”.

Der Rat muss den verkaufsoffenen Sonntagen zustimmen. Traditionell wird für die Abstimmung über die Wunschliste des Einzelhandels der Fraktionszwang aufgehoben. 2010 hat dies einmal zu dem überraschenden Ergebnis geführt, dass alle Sonntage abgelehnt wurden - was freilich später nach Drängen der Geschäftswelt wieder zurückgenommen wurde.

Dennoch gibt es neben den Linken auch in Reihen von CDU, SPD und Grünen immer wieder viele Politiker, die sich gegen die weitere Kommerzialisierung der Sonn- und Feiertage wenden. Sie hatten auf strengere Vorgaben des Landes gehofft.

Klar an der Seite des Handels steht stramm die FDP, die die Sonntagsöffnung schon aus Wettbewerbsgründen mit den Nachbarstädten für unverzichtbar hält und zudem mutmaßt, dass sich auch viele Beschäftigte über die übertarifliche Bezahlung freuen.

Über die verkaufsoffenen Sonntage im nächsten Jahr wird voraussichtlich in der Januarsitzung des Rates abgestimmt.
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