Sonntags offen: Neuer Anlauf

Von: Alfred Stoffels
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Verkaufsoffener Sonntag in der Adalbertstraße: Auch in diesem Jahr soll das wieder viermal der Fall sein. Der MAC hat jetzt eine abgespeckte Terminliste vorgelegt, nachdem der erste Antrag bei der Abstimmung im Stadtrat gescheitert war. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. In seiner April-Sitzung wird der Stadtrat erneut darüber befinden müssen, ob und wann es in Aachen verkaufsoffene Sonntage geben soll. Der MAC (Märkte und Aktionskreis City e.V.) unternimmt einen neuen Anlauf, nachdem der Rat bei seiner letzten Zusammenkunft ganz überraschend und mit knapper Mehrheit die Vorstellungen der Einzelhändler abgelehnt hatte.

Nun wird eine abgespeckte Version präsentiert, nur noch 13 statt der ehemals 17 Termine stehen auf der Liste. Außerdem will der MAC jetzt aktiv das Gespräch mit den Fraktionen suchen.

Der letzte Antrag war so umfangreich geraten, dass quer durch die Parteien gemeutert wurde. Moniert wurde die Anspruchshaltung des MAC, aber es gab auch grundsätzliche Kritik an der immer weiter um sich greifenden Entheiligung des Sonntags und der zusätzlichen Belastung der Arbeitnehmer. Besonders schlecht kam an, dass auch am 2. Mai gearbeitet werden sollte - am 1. Mai ist Feiertag, dieses Wochenende wäre dann auch wieder kaputt gewesen für die Beschäftigten und ihre Angehörigen.

Vier Termine für die City

Im neuen Antrag ist vom 2. Mai nicht mehr die Rede, „das ist zeitlich nicht zu machen”, so MAC-Geschäftsführer Manfred Piana. Dafür steht nun der 30. Mai auf der überarbeiteten Vorschlagsliste, denn bei vier verkaufsoffenen Sonntagen in der Innenstadt soll es bleiben (30. Mai, 10. Oktober, 7. November, 5. Dezember). Dafür soll in den Stadtteilen kürzergetreten werden: In Burtscheid wird ein verkaufsoffener Sonntag gestrichen, ebenso in Brand, in Eilendorf sollen gleich zwei von ursprünglich vier wegfallen.

Heftige Proteste

Beim MAC ist man guter Dinge, dass es diesmal gelingt, die Mehrheit der Kommunalpolitiker von der Notwendigkeit verkaufsoffener Sonntage auch in Aachen zu überzeugen.

Nach dem negativen Votum des Rats hatte es heftige Proteste aus den Reihen des Handels gegeben, immer mit Hinweis darauf, dass eine Abschaffung dieser Einkaufsgelegenheiten „die Position der Stadt Aachen als Oberzentrum massiv gefährden und langfristig wirtschaftliche als auch Image-Schäden anrichten” würde, wie es in einem Offenen Brief von Saturn, SinnLeffers, Lust for Life, Media Markt, AppelrathCüpper und Galeria Kaufhof an die Fraktionen hieß.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi begrüßte dagegen den Ratsbeschluss, weil verkaufsoffene Sonntage auch wirtschaftlich keinen Sinn machten - das Geld könne eben nur einmal ausgegeben werden.

Piana spricht davon, dass nun eine „guter Kompromissvorschlag” auf dem Tisch liege. Warum es in der jüngsten Ratssitzung eine Abfuhr gegeben hat, kann er sich nicht erklären. Da nichts grundsätzlich Neues beantragt worden sei, sei man davon ausgegangen, „alles ist okay”. Bei Gesprächsbedarf hätte man selbstverständlich zur Verfügung gestanden, aber der sei nicht an den MAC herangetragen worden - „jetzt wollen wir aktiv auf die Fraktionen zugehen”.

Die wollen sich in ihren Sitzungen am Montag mit dem Thema beschäftigen und das Für und Wider bedenken. Allgemein wird erwartet, dass es zu Verschiebungen im Abstimmungsverhalten kommt. So hat sich der SPD-Fraktionsvorstand mit der Angelegenheit bereits befasst. Ratsherr Norbert Plum, der beim letzten Mal noch Nein gesagt hat: „Generell bin ich nach wie vor gegen verkaufsoffene Sonntage, aber es gibt natürlich auch gute Argumente, die dafür sprechen.”

Gleich wie die Diskussionen laufen sollten, auch diesmal wollen die Parteien traditionell die Abstimmung im Rat freigeben. CDU-Fraktionschef Harald Baal, selbst Anhänger des Sonntagsverkaufs: „Das wäre ja ein seltsames Demokratieverständnis, wenn man das Verfahren plötzlich ändern würde. Wir werden die Dinge am Montag ausloten, und im Rat kann dann jeder die Hand so heben, wie er es für richtig hält.”
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