Aachen - Sonntage entzweien Verdi und den OB

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Sonntage entzweien Verdi und den OB

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Christian Lindner, Gewerkschaftssekretär von Verdi, ist richtig sauer auf OB Marcel Philipp. Lindner hatte sich mit einem Offenen Brief in Sachen „verkaufsoffene Sonntage” an das Stadtoberhaupt gewandt.

Anlass des Briefes ist die aktuelle Liste des Märkte und Aktionskreises City (MAC), mit der die verkaufsoffenen Sonntage für 2011 beantragt werden. Der OB lehnte in einer kurzen E-Mail und „in rauem Ton” (Lindner) jedes Gespräch ab. Der „Stil” des Verdi-Briefes, so Philipp in der E-Mail, sei nicht dazu angetan, eine sachliche Antwort zu geben.

So hatten die Gewerkschafter formuliert, dass die „Interessen des Kapitals” mal wieder vorgehen würden und „der Mensch immer weniger eine Rolle” spiele. Doch das hält man auch heute noch für alltägliche Formulierungen. Lindner zeigte sich am Freitag konsterniert: „So etwas ist uns noch nie passiert!” In der auch im Aachener Stadtrat letztens kontrovers diskutierten Frage sind die Gewerkschafter traditionell aus Gründen des Mitarbeiterschutzes im Einzelhandel gegen jegliche Öffnung am Sonntag und bilden da seit langem eine Einheitsfront mit den Kirchen.

Die momentane Auseinandersetzung um die Sonntage habe der MAC unnötig verschärft, so Lindner im Zorn, indem er sogar den höchsten und einzigen Feiertag der Arbeiterbewegung, den Tag der Arbeit am 1. Mai, mit auf die Liste gesetzt habe. An dem Tag sollen sich nämlich in Burtscheid zum Weinfest die Geschäftstüren drehen dürfen. Der 1. Mai sei schließlich in der NRW-Verfassung als Feiertag verankert (Artikel 25), empörte sich der Sekretär und kündigte an, mit dem DGB zusammen dafür sorgen zu wollen, die große Mai-Kundgebung nach Burtscheid zu verlegen - aus Protest gegen eine solche Unsensibilität, die sich im übrigen auch gegenüber den Kirchen bei der Terminierung des 1. Advent 2011 als verkaufsoffenem Tag zeige. Zum Gesamtproblem erläuterte der Gewerkschafter, dass gerade im Einzelhandel mehr als anderswo unterbezahlte Kräfte in oftmals prekären Beschäftigungsverhältnissen arbeiten, die keine Chance hätten, auch nur ansatzweise „nein” zu sagen.

Lindner kündigte an, mit den Kirchen und anderen Verbänden eine „Allianz für den freien Sonntag” zu gründen. Die Fraktionen im Stadtrat fordert er zu einer einheitlichen Meinungsbildung auf.
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