Aachen - Sommer-Astro-Tag in der Sternwarte

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Sommer-Astro-Tag in der Sternwarte

Von: Karen von Schmieden
Letzte Aktualisierung:
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Urs Schüke (rechts) erläutert am Sommer-Astro-Tag den Verlauf der Planetenbahnen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Was wir hier sehen, hat vor 400 Jahren schon Galileo beobachtet - natürlich etwas verschwommener.” Jürgen Balk hat das große Teleskop in der Sternwarte Aachen auf den Jupiter und seine Monde gerichtet, die nach ihrem italienischen Entdecker benannt sind.

Im Jahre 1609 betrachtete Galileo Galilei als einer der ersten den Himmel durch ein Fernrohr, im internationalen Astronomiejahr 2009 sollen die Menschen dem Beispiel des Astronomen folgen. „Darum bieten wir ein erweitertes Programm an”, so Jürgen Balk von der Aachener Volkshochschule (VHS).

Beim Sommer-Astro-Tag konnten die Besucher am Samstag einen Blick durch die Teleskope der Sternwarte wagen und vor allem Wissenswertes über die Astronomie lernen. Andr Müller, Urs Schöke, Thomas Hebbeker und Karl Wyrsch haben Vorträge zu verschiedenen Themen gehalten und dabei beeindruckendes Bildmaterial gezeigt.

Nachdem Günther Bendt über den „Riesenplaneten Jupiter” referiert hat, sammeln sich die Schaulustigen in der Kuppel der Sternwarte, um den Gasriesen und seine vier größten Monde Ganymed, Kallisto, Europa und Io selbst zu beobachten. „Im Moment sehen wir nur drei der Monde, der vierte ist hinter dem Planeten”, erklärt Jürgen Balk, während Besucher nach Besucher auf eine Holztreppe klettert, um den Planeten in 120-facher Vergrößerung zu sehen. „Wenn Sie ein paar Streifen erkennen können: Das sind Wolkenbänder.”

„Das wird erst dann richtig beeindruckend, wenn man es in den richtigen Kontext rückt”, meint Michael Kleist, der mit seiner Tochter Anna zum Sommer-Astro-Tag gekommen ist. „Nämlich wenn man sich vorstellt, wie groß der Jupiter eigentlich ist.” Im Durchmesser rund zehn Mal so groß wie die Erde, erläutert Jürgen Balk.

Tagsüber lohnt sich ein Blick durch das Teleskop ebenso: Mit Filtern, die das Licht im Verhältnis 1:100000 abmildern, ist der Blick auf die Oberfläche der Sonne möglich. Als sattes Rot wird so der Hauptbestandteil Wasserstoff sichtbar - und die Protuberanzen am Rand der Sonnenscheibe. Diese scheinbar winzigen, pilzförmigen Ausbuchtungen sind Materialauswürfe. „Das sieht jetzt sehr klein aus”, sagt Jan Hattenbach, Physiker und Wissenschaftsjournalist, „aber so ein Ausbruch ist doppelt oder dreifach so groß wie die Erde.”

Die Aachener Sternwarte gehört zu den 27 Volkssternwarten in Deutschland, die einen Bildungsauftrag haben. Ein Team von zehn Amateurastronomen betreut die Einrichtung, die 1935 errichtet wurde. Der Großteil des Observatoriums befindet sich noch im Originalzustand - so wie das Teleskop mit einer Brennweite von drei Metern. Die Kuppel wird von Hand gedreht und das Teleskop ähnlich wie ein Uhrwerk aufgezogen. „Wir haben hier auch mal eine Computersteuerung installiert, die hat allerdings kein Jahr überlebt”, erzählt Jan Hattenbach. Die alte Technik sei einfach robuster.
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