Aachen - Sogar ein Rembrandt kommt ans Licht

Sogar ein Rembrandt kommt ans Licht

Von: Heike Nelsen-Minkenberg
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Kritischer Blick aufs Jesuskind: Gutachterin Sophie Bremers vom Auktionshaus Christie´s untersucht ein großes Ölgemälde. Die Aachener ließen bei der Aktion mehr als 350 Kunstwerke schätzen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ein Riesenandrang herrschte im Suermondt-Ludwig-Museum. Menschen kamen mit kleinen und großen Paketen, Schmuckschatullen, Ölbildern oder gar Möbelstücken. Über 350 Kunstwerke brachten ihre Besitzer an die Wilhelmstraße - teils gut gepflegte Gemälde von der Wohnzimmerwand, aber auch Dachbodenfunde und Flohmarktschnäppchen.

Denn im Suermondt waren Kunstexperten des britischen Auktionshauses Christie´s zu Gast, die die vorgestellten Objekte kostenlos untersuchten und schätzten. Auch Restaurierungs- und Sammlerberatung wurde angeboten.

Bei der gigantischen Resonanz hatten die Allgemeinschätzer Tjabel Klok und Victor Bouman, die Gemäldespezialistinnen Sarah de Clercq und Sophie Bremers sowie Schmuck-Gutachter Daniel Girod und Nina Kretzschmar, die Expertin für Moderne und Zeitgenössische Kunst, alle Hände voll zu tun.

Stillleben von Anna Peters

Gut, dass das Auktionshaus mit sechs statt mit - wie angekündigt - vier Gutachtern angereist war. Denn nur knapp die Hälfte der Kunstbesitzer hatte einen Termin vereinbart, der Rest erschien spontan aufgrund der Zeitungsvorankündigung.

Trotz des großen Andrangs und der Wartezeiten blieb die Stimmung locker und entspannt, auch wenn manches Erbstück sich als nicht soooooo wertvoll entpuppte, wie Oma früher behauptet hatte. Immer wieder tauchten aber auch echte Highlights auf. Beispielsweise ein Stillleben der Malerin Anna Peters, das Sarah de Clerq identifizierte. Peters stammte ursprünglich aus einer niederländischen Künstlerfamilie und konnte als eine der ersten Frauen in Deutschland von ihrem Beruf als Malerin leben.

Ihre Landschafts- und Blumenbilder sind sehr gesucht und werden für mehrere 1000 Euro gehandelt, besonders die impressionistisch beeinflussten Stillleben des Spätwerks.

Das zweite Spitzenstück des Tages war tatsächlich ein waschechter Rembrandt. Zwar kein Gemälde, aber immerhin ein Stich und damit ein durchaus hochpreisiges Kunstwerk - wobei der Wert sich natürlich auch immer am Zustand der Druckgraphik festmacht.

Neben solchen eher handlichen Stücken schleppten einige neugierige Besitzer auch Kleinmöbel zur Begutachtung ins Museum - bis hin zu einem kompletten Betstuhl.

Als das Christie´s-Team sich abends auf den Weg zur Amsterdamer Dependance des Auktionshauses machte, konnte Organisatorin Monique Kleinschmidt nur resümieren: „Wir sind mit dem Erfolg sehr zufrieden”.
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