Aachen - So wissen Schüler früh, was sie werden wollen

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So wissen Schüler früh, was sie werden wollen

Von: Martina Stöhr
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Ziehen an einem Strang: Vertreter von Arbeitsagentur, Schulen und Nobis Printen unterschrieben die Kooperationsvereinbarung. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Kevin Andreas Klär (19) hat verschiedene Praktika gemacht, und bei Nobis hat es ihm am besten gefallen. Heute ist er Auszubildender bei der Großbäckerei an der Charlottenburger Allee. Dass ein Praktikum dabei hilft, Klarheit über den Berufswunsch zu bekommen, darüber sind er und seine Kollegen in Ausbildung sich einig.

Zwei Tage haben Jannik Falldorf (20) gereicht, um festzustellen, dass ihm der Beruf des Bäckers Spaß macht. Zuvor hat er es unter anderem auch in der Metallbranche versucht. Doch das war nichts für ihn.

„Die Schüler sind hoch motiviert“, meint Anett Koch-Thoma, Schulleiterin der Gemeinschaftshauptschule Drimborn, mit Blick auf die Praktika, die die jungen Leute zu absolvieren haben. Leider gebe es nicht viele Betriebe, die ein solches Angebot hätten. Umso mehr freuen sie und Dr. Dagmar Castillo, Schulleiterin der Hauptschule Aretzstraße, sich über die frisch geschlossene Kooperation der Schulen mit der Agentur für Arbeit Aachen-Düren und der Firma Nobis.

Bald fehlt der Nachwuchs

Unter dem Motto „Übergang Schule, Studium, Beruf – Zukunft beginnt heute, wir gehen voran“ sollen Hauptschüler künftig an einem Tag verschiedene Berufsfelder kennenlernen und Einblicke in den Betrieb bei Nobis Printen gewinnen. „Unser Engagement ist zugegebenermaßen auch ein Stück weit Egoismus“, räumt Geschäftsführer Michael Nobis ein. Denn die demografische Entwicklung zeige, dass es in der Zukunft an Nachwuchs mangeln werde.

Das kann Jürgen Koch, derzeit Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, nur bestätigen. Die Schülerzahlen an den Schulen sind rückläufig, der Fachkräftemangel ist schon lange ein Thema. „Kein junger Mensch darf ohne Perspektive bleiben, wir brauchen jeden einzelnen“, meint Jürgen Koch. Und anstatt an den Schwächen zu feilen, müsse man die Stärken der jungen Leute nutzen.

Und das ist auch ganz im Sinne von Michael Nobis. „Wir möchten jungen Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich beruflich zu orientieren, möglichst früh eine Chance geben“, sagt er. Nobis wird den beiden Hauptschulen deshalb insgesamt 30 Berufserkundungsplätze zur Verfügung stellen. Außerdem vergibt die Firma in Absprache mit den Schulen sechs Praktikumsplätze. Dabei werden die jungen Leute angeleitet und unterstützt.

Vermittler

Zusätzlich fungiert die Agentur für Arbeit als Vermittler zwischen den Schulen und der Firma Nobis. Und sie berät und vermittelt die jungen Leute im Rahmen ihrer Schularbeit.

Markus Terodde, Dezernent für regionale Entwicklung, Bildung, Jugend und Kultur bei der Städteregion Aachen, hofft, dass künftig noch mehr Betriebe bereit sind, einen solchen Berufserkundungstag einzuführen. „Wir wünschen uns, dass auch andere Branchen auf uns zu kommen und Initiative zeigen“, meint er. Gefragt seien dabei die Bereiche Dienstleistung, Handwerk und Industrie.

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