Aachen - So viele Spenden wie nie zuvor für junge Flüchtlinge

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So viele Spenden wie nie zuvor für junge Flüchtlinge

Von: Martina Stöhr
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Pure Freude: Das Zentrum für soziale Arbeit und die evangelische Kinder- und Jugendhilfe in Brand (v.l.), Pfarrer Martin Obrikat, Horst Creutz, Udo Wilschewski und Burkhard von Mangoldt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Angenehm überrascht war Pfarrer Martin Obrikat, Vorstand der Evangelischen Stiftung für Kirche und Diakonie im Kirchenkreis Aachen, über den Erfolg der jüngsten Spendenaktion der Stiftung: 40 000 Euro kamen dabei zur Hilfe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge zusammen. „Das war mehr als erwartet und so viel wie nie zuvor“, meint Obrikat.

Das Geld kommt jetzt dem Zentrum für soziale Arbeit in Burtscheid (30 000 Euro) und der Kinder- und Jugendhilfe Brand (10 000 Euro) zugute. Dort wird es gebraucht, um die jungen Flüchtlinge möglichst umfassend versorgen zu können.

Bereitschaft zu helfen

Das soziale Zentrum in Burtscheid hat die Erstaufnahme der Flüchtlinge übernommen, die ganz allein in Aachen ankommen. Hier finden sie vom Bett, über warme Mahlzeiten bis zur wintertauglichen Kleidung alles, was sie unbedingt brauchen. „Sie sind unendlich dankbar für Dinge, die für uns selbstverständlich sind“, erzählt Udo Wischewski, Leiter der Einrichtung.

Gleichzeitig verzeichnet er eine große Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung. Das schwere Schicksal der jungen Menschen, die zum Teil Jahre auf der Flucht waren und in eine ungewisse Zukunft schauen, bewegt die Aachener offensichtlich. 280 unbegleitete Flüchtlinge wurden im letzten halben Jahr in Aachen aufgegriffen, nur fünf davon waren Mädchen. Und die Geschichten, die sie erzählen, hinterlassen großen Eindruck. Nachdem sie im sozialen Zentrum in Burtscheid willkommen geheißen werden, werden sie später auf die Jugendhilfeeinrichtungen der Stadt verteilt.

Die Evangelische Kinder- und Jugendhilfe Brand ist eine dieser Einrichtungen. Ihr Leiter, Horst Kreutz, freut sich über den unverhofften Geldsegen: Damit soll eine bessere Betreuung der Jugendlichen finanziert werden, die in Hotels untergebracht sind. Mit zwei weiteren Einrichtungen will die Jugendhilfe Brand für Angebote sorgen, die den Jugendlichen helfen, ihre Zeit zu strukturieren: Geplant sind gemeinsames Kochen, Kurse zum Spracherwerb und kulturelle Ausflüge in die Stadt. Und auch wenn die Grundversorgung der Jugendlichen gesichert ist, stellen die Verantwortlichen der Jugendarbeit einen hohen Bedarf an weiteren Angeboten fest. Viele der jungen Menschen seien beispielsweise traumatisiert und bräuchten therapeutische Hilfe. Doch oft sind sie erst dann in der Lage, solche Angebote wahrzunehmen, wenn sie aus dem Jugendhilfegesetz herausfielen, meint Udo Wischewski.

Alle gemeinsam freuen sich über die positive Resonanz in der Bevölkerung. Die Hilfsbereitschaft sei sehr groß, sagen alle gleichermaßen. Und dass die Einrichtungen mit der Spendenaktion jetzt zusätzlich Unterstützung erfahren, freut vor allem auch Pfarrer Martin Obrikat. „Wir wollen deutlich machen, dass wir als Christen dafür eintreten, Flüchtlinge zu schützen und ihnen Gastrecht zu gewähren“, begründet er das Engagement der Stiftung.

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