Skurril: „Gegen den Fortschritt” im Theater Aachen

Von: Grit Schorn
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90 Minuten flotte Non-Stop-Szenen in der Kammer: Tragikomische Situationen, schwarzer Humor und die Kluft zwischen Uberflussgesellschaft und Hungerkatastrophen. Foto: Ludwig Koerfer

Aachen. Fast surrealistisch mutet die Handlung der Komödie an: In sieben vertrackten Szenen bringt der junge Autor Esteve Soler unseren ungehemmten Fortschrittsglauben ins Wanken. 34 Jahre alt ist der in Barcelona lebende Bühnenautor, in dessen „wilder” Komödie ein hungerndes Kind aus dem Fernseher kriecht, Obst auf Wohnzimmergröße anschwillt oder Robben sich über die aktuelle Weltlage unterhalten.

Selbst die Abschiedsszene eines Liebespaares gewinnt eine ganz neue Dimension, wenn der gemeinsame Lebensabschnitt gemäß eines Beziehungsvertrags beendet wird.

Die aus Buenos Aires stammende Regisseurin Teresa Rotemberg, hochrangige Tänzerin und Choreografin ebenso wie Theatermacherin, will das Absurde in Solers Stück auch durch Bewegung und Körperlichkeit der Akteure sichtbar machen. „Jedes Kapitel hat seine eigene Geschichte, andere Personen und wechselnde Orte”.

Die Schauspieler Nadine Kiesewalter, Robert Seiler, Benedikt Voellmy und Katja Zinsmeister werden in raschem Wechsel ganz verschiedene Charaktere dar- und vorstellen. Schnelle Umbauten sind ebenfalls vonnöten. Die Inszenierung stellt somit auch hohe Anforderungen an Bühne und Kostüme - eine Herausforderung, der sich die Ausstatterin Sabina Moncys mit sichtbarer Freude gestellt hat.

An absurdes Theater à la Beckett und Ionesco fühlt sich Dramaturg Ralph Blase bei Esteve Soler erinnert, der „Gegen den Fortschritt” als ersten Teil einer Trilogie konzipiert hat. Die Aachener Aufführung ist die dritte Inszenierung im deutschsprachigen Raum. „Die Figuren haben hier auch deutsche Namen”, berichtet Teresa Rotemberg, die den „engen Kammer-Raum” in Aachen für den optimalen Spielort hält. Tragikomische Situationen, schwarzer Humor und die Kluft zwischen Überflussgesellschaft und Hungerkatastrophen werden in 90 Minuten mit brisanten Non-Stop-Szenen (keine Pause) und der Musik von Malcolm Kemp erfahrbar.

Die Komödie „Gegen den Fortschritt” von Esteve Soler feiert am Freitag, 14. Januar, im Theater Aachen (Kammer) Premiere.

Beginn ist um 20 Uhr. Weitere Aufführungen am 18./25./29. Januar, am 2./11./19. und 25. Februar sowie am 23. März.

Kartenverkauf unter 0241/4784244 oder im Internet.

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