Aachen - Sieben weitere Elektrotankstellen in der Innenstadt

Sieben weitere Elektrotankstellen in der Innenstadt

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Ärger ist programmiert. Um Platz für insgesamt sieben neue Elektrotankstellen in der Innenstadt zu schaffen, muss einiger Parkraum verschwinden - das sorgt verlässlich für schlechte Laune bei all jenen Autofahrern, die auf der Suche nach einer Abstellmöglichkeit sind.

Die Stadt Aachen erwartet denn auch „Akzeptanzprobleme”, ist aber wild entschlossen, der Stawag als Tankstellenbetreiber die neuen Standorte zur Verfügung zu stellen. Die Beigeordnete Gisela Nacken: „Wir nehmen das in Kauf.”

Dies deswegen, weil man den Zug der Zeit in Richtung Elekromobilität auf keine Fall verpassen wolle, zumal die RWTH führend sei in diesbezüglicher Forschung und Entwicklung. Richtig sei, dass in Aachen bis dato kaum vierrädrige Automobile, sondern in erster Linie Fahrräder und Roller per Strom unterwegs seien, dass diesem Antriebsmodus aber eine große Zukunft bevorstehe. Nacken: „In China surrt es nur noch auf den Straßen.”

Infrastruktur schaffen

Um rechtzeitig die Infrastruktur vor dem großen Ansturm zu schaffen, sollen die Politiker sieben neue Standorte für die Ladestationen beschließen: Bahnhof An der Schanz, Bahnhof Rothe Erde, Komphausbadstraße (nur für Zweiräder), Theaterplatz, Neumarkt, Jägerstraße, Pontdriesch. Strom tanken kann man bislang lediglich am Super C, am Parkhaus Mostardstraße, im Gewerbegebiet Avantis und in der Lombardenstraße bei der Stawag.

Nach den vorliegenden Plänen sollen für die neuen Tankstellen jeweils zwei vorhandene Parkplätze mit einer Elektrozapfsäule bestückt werden - sie stehen damit, so die Stadt Aachen, „für konventionell angetriebene Fahrzeuge nicht mehr zur Verfügung und fallen aus der Parkraumbewirtschaftung heraus”. Im Herbst will die Stawag mit der Anlage der sieben zusätzlichen E-Tankstellen beginnen, die Investitionskosten konnten Dienstag noch nicht benannt werden.

Da es sich um eine offensichtlich diffizile Angelegenheit handelt, will die Stadt darauf achten, dass oben erwähnte Akzeptanzprobleme nach Möglichkeit vermieden werden. So sollen auf Dauer nur dort Flächen freigehalten werden, „wo Tankvorgänge in nennenswerter Zahl stattfinden. Zahl und Dauer der Ladevorgänge sind vom Betreiber zu dokumentieren und der Stadt Aachen auf Anfrage vorzulegen”. In exakt einem Jahr erwartet der Mobilitätsausschuss des Rates einen Bericht über Anzahl und Auslastung der Tankstellen.

Ausnahmegenehmigung

Damit es überhaupt zu Elektrotankstellen im öffentlichen Straßenraum kommen kann, musste eine Ausnahmegenehmigung des Düsseldorfer Verkehrsministeriums her. Die ist mittlerweile erteilt worden - mit ausdrücklichem Hinweis auf die Vorreiterrolle des Landes Nordrhein-Westfalen in Sachen „Zukunftsfeld Elektromobilität”. Eine dreijährige Erprobungszeit wird eingeräumt, anschließend erwartet man ebenfalls einen Erfahrungsbericht.

In aller Sorgsamkeit hat das Ministerium dem örtlichen Straßenverkehrsamt auch schon mal mitgeteilt, wie der ganze Vorgang zu beschildern ist: „Dazu ist ausschließlich das Verkehrszeichen 283 (Halteverbot) mit dem Zusatzzeichen Elektrofahrzeuge während Ladevorgang frei zu verwenden. Soweit notwendig, kann eine ergänzende weiße Fahrbahnmarkierung angeordnet werden.”
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