Sieben Kunstobjekte, die nur andeuten

Von: Carsten Rose
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Aachen. Die nächste Ausstellung der Amnesty International Bezirksgruppe Aachen hat den eigenen Anspruch, nicht vollständig zu sein. Sie soll nur andeuten – und mit Blick auf das Thema ist es auch nachvollziehbar: Sie behandelt weltweite Folter. Die Ausstellung ist vom 14. bis zum 22. November im Foyer der Nadelfabrik im Reichsweg 30 zu sehnen.

Auf gut 60 Quadratmetern erwarten die Besucher vorwiegend große Banner mit Texten und Bildern sowie sieben Kunstobjekte aus Holz, die Foltermethoden nachstellen beziehungsweise andeuten sollen.

„Die Ausstellung ,Stop Folter‘ soll in erster Linie schülerfreundlich sein“, erklärt Gabriele Stein von der Bezirksgruppe Aachen, „und zum anderen wollen wir eine gewisse Vorstellung durch Worte erzeugen und die Besucher nicht mit Details bedrängen.“

Zu den einzelnen der Aspekten des breiten Themenspektrums Folter zählen beispielsweise geschichtliche Hinter- und Beweggründe, Methoden, Folgen oder die Behandlung von Folteropfern.

„Es werden eklatante Beispiele aus allen Ecken der Welt gezeigt“, sagt Bezirkssprecherin Sabine Leßmann. Die Führungen sind für Schüler ab der zehnten Klasse konzipiert, dauern in etwa 45 Minuten und enden mit einer gemeinsamen Reflexion. Selbstverständlich ist die Ausstellung ebenso für alle anderen Interessierten geöffnet, eine Führung ist dabei nicht verpflichtend.

Es bleibt jedoch nicht primär bei einer stillen „Papierausstellung“: Am Eröffnungstag am Freitag, 14. November, bieten die Künstler und Ausstellungsmacher Urs Fiechtner und Sergio Vesely eine Konzertlösung. Sie singen und rezitieren in ihren „Geschichten aus dem Niemandsland“ zu Folter und politischer Verfolgung.

Stein und Leßmann sind überzeugt, dass die beiden für besondere Momente sorgen werden. „Urs Fiechtner und Sergio Vesely werden das Thema melodisch und einfühlsam verarbeiten“, sagt Leßmann, „das ist gut, um so ein hartes Thema an das Publikum zu bringen.“

Von den Künstler hat insbesondere Vesely eine Beziehung zum Ausstellungsthema: Der 62-Jährige wurde während der Militärdiktatur in den 1970er Jahren in seinem Geburtsland Chile „aus politischen Gründen“ festgenommen und im Zuge einer zweijährigen Haftstrafe gefoltert.

Urs Fiechtner, Jahrgang 1955, wuchs ebenfalls in Chile auf, ist nicht Schriftsteller – Spezialgebiet Kurzprosa – sondern auch Menschrechtsaktivist. Was sie letztendlich im Detail aufführen werden, wissen Gabriele Stein und Sabine Leßmann nicht: „Das sind halt Künstler – die sind recht spontan.“

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