Aachen - Sie wollen Couven neu ins Blickfeld rücken

Sie wollen Couven neu ins Blickfeld rücken

Von: Martina Feldhaus
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Sie wollen Johann Joseph Couven in seinem 250. Todesjahr ins Gedächtnis rufen: Dagmar Preising und Gisela Schäffer, hier im Couven-Museum vor Flügeltüren, die der Architekt für den Kerstenschen Pavillon entworfen hatte. Das Museum selbst wurde übrigens von seinem Sohn Jakob Couven umgebaut. Foto: Andreas Herrmann
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Gisela Schäffer zeigt eine fast 300 Jahre alte Original-Zeichnung des Aachener Architekten Johann Joseph Couven. Sie stellt die Pfarrkirche St. Johann Baptist in Burtscheid dar. Zum Couven-Jahr kommt die Zeichnung raus aus dem Depot im Suermondt-Ludwig-Museum. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Klar, der Name Couven ist jedem Aachener ein Begriff. Und dass er ein Architekt war, auch das kriegen die meisten wohl noch zusammen. Aber wer genau war nun Johann Joseph Couven? Und wo kann man sein Werk heute bewundern?

„Dem einen oder anderen kommen da wahrscheinlich die Burtscheider Kirchen St. Michael und St. Johann Baptist in den Sinn“, sagt Dagmar Preising, Leiterin des Couven-Museums. Zumindest in Aachen aber, dort, wo Couven 1701 geboren wurde und später als erster Stadtarchitekt arbeitete, ist heute nicht mehr allzu viel von seinen Bauwerken erhalten. Die Theresienkirche in der Pontstraße, deren Inneneinrichtung er entwarf, ist nur selten zugänglich. Dann gibt es noch den Kerstenschen Pavillon am Lousberg, ebenfalls ein Kleinod des Baumeisters Couven. Viele andere seiner Wohnhäuser, Schlossanlagen und Sakralbauten sind entweder nicht fertiggestellt oder zerstört worden. Anders sieht es in Aachens Umgebung aus, etwa in Lüttich, Eupen, Gulpen, Düsseldorf und Vaals. Denn: „Johann Joseph Couven war weit über Aachen und seine Grenzen hinaus aktiv, prägte die Bauweise seiner Zeit im gesamten Maas-Rhein-Gebiet“, erklärt Gisela Schäffer, Mitarbeiterin der städtischen Museen.

In diesem Jahr jährt sich der Todestag Couvens zum 250. Mal. Das nehmen Preising und Schäffer zum Anlass, den berühmten Architekten des 18. Jahrhunderts wieder stärker ins Blickfeld zu rücken. Die beiden planen gemeinsam mit anderen Institutionen, die im Dreiländereck in noch erhaltenen Couven-Bauten ansässig sind, ein grenzüberschreitendes Projekt in Erinnerung an den Baumeister.

So finden ab September in insgesamt 18 Baudenkmälern – von Burtscheids Kirchen und dem Couven-Museum über das Schloss Jägerhof in Düsseldorf und Schloss Breill in Geilenkirchen bis hin zu De Kopermolen in Vaals und dem Klooster Wittem – Konzerte, Führungen und Vorträge statt. 30 Veranstaltungen in vier Monaten werden Interessierten und Neugierigen geboten. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Musik. „Wir haben uns gefragt: Wie können wir auf die Gebäude aufmerksam machen? Und wir finden, dass drinnen etwas passieren muss, damit die Menschen zu uns kommen“, erklärt Preising. Und da Kirchenmusik, aber auch das häusliche Musizieren zur Zeit Couvens eine große Rolle spielten, war die Idee der „Klangwelten“ geboren. Entsprechend wird in den Häusern musiziert.

Zum anderen gibt es passend zum Thema im Aachener Couven-Museum eine Ausstellung von Musikinstrumenten, Musikalien, Objekten, Gemälden und Grafiken, die die Musikkultur zwischen Barock und Klassizismus zeigen. Darunter sind – neben 25 Leihgaben –auch zwei wertvolle, gerade erst restaurierte Harfen aus dem eigenen Bestand. Obendrein sind 20 originale Bauzeichnungen und Entwürfe von Couven erstmals zu sehen. Normalerweise lagern diese zusammen mit knapp 700 Original-Stücken verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit im Depot des Suermondt-Ludwig-Museums.

Neue Kontakte geknüpft

Für das Projekt „Klangwelten in Couven-Räumen“ haben Dagmar Preising und Gisela Schäffer ganz neue Kontakte geknüpft. „Unsere Idee hat viel Anklang bei den Couven-Häusern der Region gefunden. Und das, obwohl wir uns vielfach noch gar nicht kannten“, sagt Preising. Dreimal haben sich die Partner seither getroffen, das letzte Mal im Januar. Schließlich soll diese erste euregionale Couven-Veranstaltung ein Erfolg werden.

In einem Monat soll eine Internetseite dazu online gehen, im Juni folgt die gedruckte Broschüre. Buchen können die Besucher dann auch Exkursionen, also geführte Touren zu vier bis sechs Couven-Gebäuden über die Grenzen hinweg.

„Wir wollen mit unserem Angebot nicht nur den klassischen Museumsbesucher erreichen“, erklärt Preising. „Es richtet sich an eine vielfältige Zielgruppe“.

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