Aachen - „Sicherer Schulweg“: Elterninitiative ist sauer auf die Politik

„Sicherer Schulweg“: Elterninitiative ist sauer auf die Politik

Von: Nina Krüsmann
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Zahlreiche Eltern haben sich zusammengetan, um ihre Kinder auf dem Weg zur Schule zu schützen. Mit Schildern stehen sie morgens um halb acht vor dem Schultor an der Ahornstraße. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. „Wir fordern einen sicheren Schulweg zur Katholischen Grundschule Auf der Hörn“, bringt es Jessica Schmiemann auf den Punkt: Die Elterninitiative „Sicherer Schulweg“ fordert eindeutige Schritte von der Politik.

Vor den Sommerferien wollte eine Schülerin mit ihrem Vater die Straße überqueren, als sich ein schwerer Unfall ereignete. Beide wurden von einem Motorradfahrer angefahren. „Doch das war nur der Gipfel des Eisbergs, das Problem ist schon lange existent“, sagt Schmiemann.

Dass sich an der Ahornstraße 60 eine Grundschule befindet, ist für Autofahrer nur schwer ersichtlich. Alles ist sehr eng, es herrscht reger Busverkehr und rund 2200 Autos befahren jeden Werktag die Straße. Die Eltern haben Angst, gerade auch, weil nun die dunkle Jahreszeit bevorsteht. „Der Verkehrsausschuss hat bereits Ende 2009 über die Verkehrsberuhigung Hörn beraten. Bis heute ist nichts passiert. Der Unfall im Juli diesen Jahres vor der Schule hat die Diskussion um die Schulwegsicherheit neu entfacht und wir fordern die Umsetzung des Beschlusses ein“, fasst Schmiemann zusammen.

30 Eltern haben sich jetzt zusammengetan, um sich mit Nachdruck an Politik und Verwaltung zu wenden. Mit Schildern stehen sie morgens um halb acht vor dem Schultor, um die Autofahrer auf die bestehenden Probleme hinzuweisen: „Vorsicht, Schulweg“ oder „Tempo 30 immer und für alle“ ist auf den Plakaten zu lesen. „Wenn die Stadt nicht handelt, müssen wir es tun. Viele Autofahrer halten sich nicht an die Tempobeschränkung. Wir fordern die Einhaltung und Kontrolle der Geschwindigkeitsbegrenzung. Langfristig brauchen wir hier verkehrsberuhigende Elemente wie Bodenschwellen, Fahrbahnverengungen oder Mittelinseln auf der Straße“, sagt Schmiemann, die gemeinsam mit Anke Köhler, Michaela Schlösser und Claudia Geisler das Kernteam bildet. Schülermutter Katja Stahl hatte eine Präsentation erstellt und im Bürgerforum in der vergangenen Woche vorgeführt. Am Donnerstag, 19. September, geht das Thema nun in den Mobilitätsausschuss.

Die Elterninitiative fordert eine Verkehrsberuhigung unmittelbar vor dem Schultor, das Schaffen einer sicheren Überquerung der Ahornstraße vor dem Schultor und weniger Busverkehr. „Auch die Beachtung des absoluten Halteverbotes unmittelbar vor dem Schultor gelingt momentan nicht. Die Parkverbotszone findet kaum Beachtung, macht die Situation insgesamt noch undurchsichtiger für die Kinder“, kritisiert Schmiemann. In nächster Zeit wollen engagierte Eltern das verblichene Verbotszeichen neu aufmalen. Die in Eigenregie angefertigten Warnschilder „Tempo 30“ sollen noch professioneller gestaltet werden und laminiert überall in der Straße verteilt werden. Außerdem wünscht man sich einen „Haltepunkt“, damit Eltern Ihre Kinder im Bereich der Schule mit dem Auto absetzen können, ohne dabei andere Kinder zu gefährden.

„Wir hatten viele Jahre eine Schülerlotsin, doch seitdem sie aufgehört hat, ist die Situation unverändert. Wir brauchen dringend Ersatz“, sagt Schmiemann weiter. Die Politik habe angekündigt, dass Anfang 2014 etwas geschehen soll. „Das ist zu spät“, sagen Schmiemann und ihre Mitstreiterinnen. Wer Interesse an einer Schülerlotsentätigkeit hat, kann sich bei Claudia Geisler unter Telefon 0241/875920 melden.

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