September-Special steht auf der Kippe

Von: Werner Breuer
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September Special 2011: Am Hof
September Special 2011: Am Hof tummelten sich bei den Open-Air-Konzerten Menschenmassen. Neue Sicherheitskonzepte könnten eine zeitweise Sperrung des Platzes vorsehen und somit höhere Kosten verursachen. Ein K.o.-Argument für künftige Specials in der Innenstadt.

Aachen. Wer das vergangene September-Special noch in guter Erinnerung hat, sollte es genau so im Gedächtnis behalten - es könnte die letzte Veranstaltung in dieser Art gewesen sein. Eine nächste Auflage im kommenden Jahr könnte an den Kosten eines Sicherheitskonzepts scheitern.

„Soweit sind wir noch nicht”, sagt zwar Manfred Piana, der Geschäftsführer des Märkte- und Aktionskreises City (MAC), der das Spektakel gemeinsam mit der Stadt veranstaltet. Aber klar sei eben auch, das „das Geld nicht mehr wird und man sich vielleicht irgendwann fragen muss, worauf man sich konzentriert”.

Dass diese Frage auftaucht, geht letztlich zurück auf die Tragödie bei der Loveparade im Sommer vergangenen Jahres. Seit den Vorfällen von Duisburg gelten verschärfte Regeln bei der Genehmigung von Großveranstaltungen. Wenn dort mehr als 5000 Teilnehmer erwartet werden und das Event als „sicherheitsrelevant” eingestuft wird, ist ein Sicherheitskonzept nötig. „Das wurde in Aachen erstmals beim diesjährigen Rosenmontagszug so gehandhabt”, erklärt Stadt-Pressesprecher Hans Poth, „und führte zu zusätzlichen Auflagen”. Die blieben dem September-Special 2011 erspart, weil es laut Poth nicht als „sicherheitsrelevant” galt.

Die Entscheidung darüber trifft eine Koordinierungsgruppe, der neben der Straßenverkehrsbehörde als Genehmigungsbehörde auch Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste oder auch die Bauaufsicht vertreten sind. „Die müssen alle zustimmen”, sagt Hans Poth. Diese Runde müsse auch für das kommende Jahr überlegen, ob für das September-Special ein Sicherheitskonzept nötig ist, „oder ob es ohne geht”.

Sollte die Koordinierungsgruppe das Spektakel mit Konzerten und Straßentheater in der Altstadt als sicherheitsrelevant einstufen, „wird es teuer”, fürchtet MAC-Geschäftsführer Piana. „Ein solches Konzept kostet Geld, und vor allem seine Umsetzung kostet viel Geld.” So weiß auch Stadtpressesprecher Poth, dass heutzutage ganz andere Kosten drücken. Zwar sei es auch vor dem Loveparade-Unglück in Aachen gängige Praxis gewesen, dass Veranstalter größerer Events sich im Vorfeld mit jenen Behörden an einen Tisch setzten, die heute in der Koordinierungspruppe sitzen. „Aber jetzt wird genauer jedes Detail durchgespielt”, so Poth, „und das führt zu höheren Auflagen und zu höheren Kosten.”

Bezahlt werden müssen nicht alleine solche Büros, die sich auf die Ausarbeitung von Sicherheitskonzepten spezialisiert haben, sondern auch die dort festgehaltenen Maßnahmen wie Ordner, Rettungsdienste, Absperrungen oder Evakuierungspläne.

Piana kann davon ein Lied singen, schließlich gelten solche Auflagen auch für den bevorstehenden Weihnachtsmarkt. Mit dem, was diese MAC-Veranstaltung einspielt, wird bislang auch das September-Special „quersubventioniert”. Würde für das Musik-Spektakel auf vier Bühnen an Markt, Katschhof, Münsterplatz und Hof ebenfalls ein kostspieliges Sicherheitskonzept fällig, „ist das Geld irgendwann weg”, so Piana, und wir brauchen ja auch einen ausgeglichenen Haushalt”. Refinanzieren könne der MAC solche gestiegenen Kosten nur schwerlich.

„Wir können das ja nicht so ohne weiteres umlegen, etwa über höhere Standgelder”, erklärt Piana, da sei irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht. Und über Sponsoren ließe sich das auch nicht so leicht hereinholen. „An diesen Kosten könnte es scheitern”, sagt Piana. „Aber soweit sind wir noch nicht”.

Neben den Kosten wäre eine Einstufung des September-Special als „sicherheitsrelevant” auch noch aus einem anderen Grund zumindest unschön: „Überall Orrdner und Absperrgitter” will Manfred Piana sich lieber gar nicht vorstellen, „das wäre dann nicht mehr diese gemütliche Atmosphäre.”
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