Aachen - Seniorinnen blicken im Theaterstück „Villa Albrecht“ auf das Älterwerden

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Seniorinnen blicken im Theaterstück „Villa Albrecht“ auf das Älterwerden

Von: Svenja Pesch
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Lassen sich nicht aufs Altenteil schieben: In der „Villa Albrecht“ zeigen fit gebliebene Seniorinnen ihr schauspielerisches Können.

Aachen. Aromatherapie und im Sessel sitzend Socken oder Decken stricken? Von wegen! Den acht Seniorinnen in der Villa Albrecht ist das alles viel zu langweilig. Ihr Alltag ist so vielfältig wie es die Damen selbst sind.

Von Eintönigkeit keine Spur. Schauspielerin und Regisseurin Rena Zieger widmet sich in dem von ihr geschriebenen neuen Stück „Villa Albrecht “, das im Theater 99 gezeigt wird, mit viel Witz und Humor den Tücken, aber auch Vorteilen des Älterwerdens.

Das Theaterstück mit dem Untertitel „Leben in einer Seniorinnen-WG – die Golden Annas“ ist eine Kooperation der evangelischen Initiative „Engagiert älter werden“ mit der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen. Zum Inhalt: Clementine von Albrecht hat in ihrer etwas in die Jahre gekommenen Villa Albrecht aus Geldnot eine Seniorinnen-WG eingerichtet.

Die Mitbewohnerinnen können nicht unterschiedlicher sein. Alma, die stets vor allem Neuen Angst hat und eigentlich lieber bei ihrem Sohn leben möchte, der aber in seinem großen Haus keinen Platz für sie hat. Dafne und Eugenie, die Unzertrennlichen, die früher im Showgeschäft tätig waren und sich immer produzieren müssen. Frida, die Praktische, die alle Mitbewohnerinnen mit ihrem gesunden Essen „verwöhnen“ will und auf wenig Zustimmung stößt. Und da ist Berta, die Einsame, die nicht so recht von den anderen Frauen akzeptiert wird.

„Der Villa droht trotz der Mieteinnahmen die Zwangsversteigerung. Durch neue Ideen sollen die Einnahmen gesteigert und die Villa erhalten bleiben“, erzählt Zieger. Verwechslungen zwischen einer Maklerin, einer Diebin und einer Putzfrau bringen aber erstmal nur Chaos in das WG-Leben. Nicht ganz uninteressant sind in diesem Zusammenhang auch die 250.000 Euro, die Berta in einem Gewinnspiel gewonnen hat. Welche Wendung das Stück nimmt, bleibt bis zum Ende spannend.

„Die Arbeit mit der Gruppe macht wirklich Spaß, manche haben schon einmal geschauspielert, für andere ist es eine völlig neue Erfahrung. Es ist bereits das dritte Stück, das die Gruppe inszeniert. Wobei die beiden vorherigen etwas freier in der Umsetzung waren. Hier herrschen festere Strukturen und dementsprechend ab und an auch ein etwas bestimmender Ton“, so Zieger, die das Stück den Darstellerinnen auf den Leib geschrieben hat. Auftreten und Agieren auf der Bühne bringen Stärke mit sich und die Kooperationsbereitschaft unter den 65- bis 73-Jährigen sei sehr gut, sagt Zieger. Dass es sich um eine reine Frauengruppe handelt, erklärt sie so: „Ich habe das Gefühl, dass Männer nicht so gerne auf der Bühne stehen, dabei suchen wir immer Verstärkung, sowohl in männlicher, als auch in weiblicher Form.“

Die heutige Premiere im Theater 99, Gasborn 9 bis 11, ist bereits ausverkauft. Weitere Termine sind am 23. Juni um 18 Uhr und am 24. Juni um 11 Uhr. Karten gibt es im Medienhaus im Elisenbrunnen, unter Telefon 02408/7254969 oder per Mail an die Adresse rena-zetta@web.de. Die Theatergruppe sucht Verstärkung.

 

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